Schafe und ZiegenZiegeZiegenkäse: Spaniens weißer Schatz

Ziegenkäse: Spaniens weißer Schatz

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Juan Ocaña bringt mit viel Spaß der städtischen Bevölkerung die Landwirtschaft näher.
Quelle: Jouffrey
Während ihrer Reise durch Spanien hat Cécile drei Bauernhöfe in den Regionen Tarragona, Málaga und Cádiz besucht. Die hier beschriebene Ziegenfarm Crestellina liegt in Casares in der spanischen Region Málaga. Der Name Crestellina leitet sich von dem Berg ab, auf dem die Ziegen grasen: der Sierra Crestellina. Hier findet man eine wunderschöne Pflanzenvielfalt aus mediterranen Kiefern, Eichen, Büschen, Schilf, Thymian und vielen weiteren Wildkräutern. Die Ziegenmilch spiegelt diese Vielfalt wider. Ihr Geschmack variiert je nach Jahreszeit: Blumen und getrocknete Kräuter im Frühling, Samen im Sommer, Eicheln, Oliven und Johannisbrot im Herbst. Ergänzt wird das natürliche Futter durch Getreide und Heu im Winter.

Tradition und Familienbetrieb in Andalusien

Die Crestellina Ziegenfarm ist seit vier Generationen ein Familienbetrieb. Juan Ocañas Urgroßvater gründete die Farm offiziell im Jahr 1930, doch er bewirtschaftete das Land schon lange vorher. Das Wissen über Viehzucht und Käseherstellung wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Juans Urgroßmutter brachte den Käse auf Eseln bis nach Gibraltar, wo sie ihn gegen Getreide, Kaffee und Zucker eintauschte. Zurück am Strand von Sabinillas legte sie den Käse in Meerwasser ein, um ihn zu konservieren – eine Methode, die bis heute als die beste gilt.

Heute besteht das Team aus sechs Mitgliedern: Juan Ocaña, seiner Schwester Ana Ocaña, seiner Mutter Ana Mateo sowie drei Angestellten. Juan ist für Management, Öffentlichkeitsarbeit und Entwicklung zuständig, während Ana die Käseproduktion und das Team leitet. Jeden Tag produziert sie Käse, Requesón und Joghurt. Ana Mateo hat ihr Wissen an ihre Kinder weitergegeben und lebt auf dem Hof, um in arbeitsreichen Zeiten zu helfen und Mahlzeiten zuzubereiten.

Herausforderungen und neue Wege

Crestellina ist ein Bauernhof mit Umweltzeichen, auf dem Payoya-Ziegen gezüchtet werden. Während der Covid-Pandemie musste Juan Ocaña eine drastische Entscheidung treffen: Von ursprünglich 700 Ziegen behielt er nur 40, um wirtschaftlich zu überleben. Um die Käseproduktion rentabel zu halten, verarbeitete der Betrieb zusätzlich Milch eines Nachbarn – in etwa die gleiche Menge wie zuvor. Heute erholt sich die Wirtschaft, und der Käseverkauf läuft wieder an. 80 % der Produkte werden direkt am Hof verkauft, der Rest an die Costa del Sol geliefert.

Um das Leben eines Ziegenhirten bekannter zu machen, bietet Juan Workshops an. Besucher lernen dort, wie man Ziegen pflegt, füttert, melkt und Frischkäse herstellt. Für Juan ist dies eine Herzensangelegenheit: Er möchte die Menschen wieder mit der Landwirtschaft verbinden und ihnen die Bedeutung regionaler Produktion näherbringen.

Innovation und Forschung

Juan implementierte moderne Technologien auf dem Hof. Mit der App „Eskardillo“ und implantierten Mikrochips können alle Tiere individuell verwaltet werden. Eine GPS-Ortung während der Weidegänge liefert Daten über Pflanzenarten, Weideflächen und die Milchqualität. Die Daten fließen in Forschungsprojekte der Universitäten Córdoba und Sevilla ein. Zudem arbeitet Juan als Gastprofessor mit der Andalusischen Ziegenzüchterschule zusammen, um das Wissen an neue Generationen weiterzugeben.

Juan ist ein Visionär, der sich für nachhaltige Landwirtschaft und Bildung einsetzt. Sein Engagement zeigt, dass moderne Technologie und traditionelle Tierhaltung Hand in Hand gehen können.

Viele Weitere Infos zu den Leistungen und Produkten sowie schöne Fotos zur Crestellina Ziegenfarm und ihren menschlichen und tierischen Mitarbeitern finden Sie in der November/Dezember-Ausgabe von Schafe & Ziegen aktuell. Jetzt Abo oder gratis Probeheft bestellen!

 

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