LandlebenFamilie und HoflebenWenn Liebe gefehlt hat

Wenn Liebe gefehlt hat

Erschienen in: LANDWIRT 19/2025

Jeder Mensch möchte geliebt werden und unsere Kindheit prägt uns besonders.
Quelle: Sharomka/Shutterstock.com

Christof ist 52 Jahre alt und lebt allein. Auch wenn er sich immer nach einer Familie gesehnt hat, wollte es nie so recht gelingen. Seine wenigen Beziehungen hielten nicht lange – zu schnell fühlte er sich von Nähe und Zärtlichkeit, die seine Partnerinnen sich von ihm wünschten, überfordert. Durch ihre Kritik war er verletzt und zog sich rasch zurück. Für ihn ist ein liebevoller Umgang bis heute etwas völlig Unbekanntes. Christofs Eltern lernten sich jung kennen und seine Mutter wurde früh schwanger. Auf Druck der Familie heirateten die beiden, doch wirklich glücklich wurden sie nie. Seine Mutter hätte viel lieber einen Beruf erlernt und im Ausland gearbeitet. Hinzu kamen Spannungen zwischen den Generationen. Christof lernte früh, sich anzupassen, sich zurückzunehmen und zu schweigen. Statt liebevollen Trosts nach einem Sturz hörte er oft: „Hör auf zu weinen!“, anstelle einer ehrlichen Nachfrage, wie es ihm bei seinen Aufgaben gehe, bekam er ein: „Das musst du selbst lernen.“

Oder Sophia: Ihre Mutter heiratete einen Bauern. Als Sophia sechs Jahre alt war, zog sie mit ihrer Mutter auf den Bauernhof und hatte ständig das Gefühl, nicht zu genügen – schließlich hatte sie einen anderen Vater. Als später ihre Halbgeschwister zur Welt kamen, wurde es noch schlimmer. Ihre Mutter war härter zu ihr; statt Anerkennung für ihr Bemühen gab es Kritik an jedem Fehler. Heute arbeitet Sophia übermäßig viel, um perfekt zu sein – immer in der Hoffnung, endlich die ersehnte Anerkennung zu bekommen. Macht sie einen Fehler, hat sie panische Angst vor Kritik und versucht, ihn zu vertuschen. Es fällt ihr schwer, ihre Bedürfnisse klar zu äußern, weil sie nicht als „anspruchsvoll“ gelten möchte. Stattdessen neigt sie dazu, sich zu verbiegen und über ihre Grenzen hinauszugehen…

Was dieser Artikel noch bereit hält

  • Warum Eltern nicht lieben konnten
  • Die Folgen von fehlender Elternliebe
  • Heilung finden

Sie erreichen Sonja Kriebernegg-Kargl unter: praxispsy@gmx.at 

Wo finde ich Hilfe?

Österreich:

Bäuerliches Sorgentelefon in Österreich: Der direkte Draht für Lebensfragen, wenn einfach alles zu viel ist. Information und Begleitung sind kostenlos. Anfragen werden absolut vertraulich behandelt.
Zum Ortstarif unter +43 / 810 / 67 68 10, Montag bis Freitag 8:30–12:30 Uhr (ausgenommen gesetzliche Feiertage).

Telefonseelsorge 142 (ohne Vorwahl, kostenlos)
Auch Chat-Beratung möglich. telefonseelsorge.at

Deutschland:

Krisenhotline SVLFG Tel.: + 49 / 561 / 78 51 01 01 24 Stunden und 7 Tage die Woche

Montagstelefon in Bayern: Jeden Montag (auch an Feiertagen) von 9–13 Uhr und von 16–20 Uhr.
Das Montagstelefon ist kostenlos: +49 / 800 / 131 131 0

Telefonseelsorge Deutschland:  Für alle Altersgruppen und Themen – 24/7, anonym. Auch Chat- oder E-Mail-Beratung möglich: telefonseelsorge.de + 49 / 800 / 11 10 111 oder + 49 / 800 / 11 10 222

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00