BioBio-MilchviehWeide und Melkroboter kombinieren

Weide und Melkroboter kombinieren

Erschienen in: LANDWIRT bio 04/2025

Den Kühen stehen 10 ha Weide zur Verfügung. 7 ha befinden sich direkt im Anschluss an den Stall, 3 ha sind durch eine öffentliche Straße getrennt.
Quelle: Vetta

Ein Kalb erhebt sich aus dem Stroh. Festen Schrittes geht es in Richtung Euter, regt mit einigen Kopfstößen den Milchfluss an und beginnt zu trinken – ein Bild, wie es Konsumenten und Handel gerne sehen. „Ich habe mit der kuhgebundenen Aufzucht nicht aus ethischen Gründen begonnen. Für uns steht der arbeitswirtschaftliche Vorteil im Vordergrund“, erklärt Bernhard Kargl. Mit dem Einzug in den neuen Stall vor knapp zwei Jahren hat sich der Bio-Bauer dafür entschieden, seine Kälber nicht mit Eimern aufzuziehen. 15 Kälber wurden in den vergangenen zwei Wochen geboren. Doch die Jungtiere sind nicht, wie oft üblich, in Gruppeniglus oder Kälberställen untergebracht – nein, die Kälber dürfen die ersten Tage bei den Müttern bzw. Ammen bleiben. Abgetrennt in separate Boxen sind jeweils 2–4 Kälber bei einer Kuh. „Die erste Mahlzeit bekommen die Kälber mit dem Tränkeeimer“, sagt Kargl. Werden die Kälber später verkauft, gebe es somit kein Problem mit dem Eimersaufen und die Käufer erleben keine Überraschung. „Sie merken sich die erste Mahlzeit und kennen die Eimer“, fügt der 46-Jährige hinzu. Die Anzahl der Kälber je Kuh bestimmt die Milchleistung. Zusätzlich werden die Kühe, wenn notwendig, auch noch am Roboter ge[1]molken. Die ersten zwei Tage sind die Kälber bei den eigenen Müttern, bevor sie danach zu Ammenkühen wechseln. Diese Kühe sind meist ältere, aber fitte Tiere, die, bevor sie in den Schlachthof kommen, noch als Ammenkühe am Hof bleiben. „Unsere letzte Ammenkuh war 18 Jahre alt. Sie durfte noch ein ganzes Jahr bei den Kälbern verbringen, bevor sie zum Schlachter ging“, sagt Kargls Frau Johanna. Bis vor kurzem konnten die Kargls die verbliebene Biestmilch an eine Firma verkaufen. Dafür wurden die ersten drei Gemelke gesammelt und in einer Gefriertruhe zwischengelagert. „Hatten wir rund 50 Liter beisammen, verkauften wir die Milch gesammelt, gemeinsam mit anderen Bauern aus der Region, an eine Kosmetikfirma“, erzählt die 44-Jährige. Für einen Liter erhielten die Biestmilchlieferanten etwa zwei Euro.

Trockenheit erschwert Weidehaltung

Sobald ein Kalb zu den Ammenkühen umgestallt ist, geht es für die Milchkuh auf die Weide. Heuer erfolgte der Austrieb am 26. März. Dabei richten sich Johanna und Bernhard Kargl nach dem Mondkalender. In Summe stehen den 85 Milchkühen 10 ha Weide zur Verfügung. 7 ha befinden sich direkt im Anschluss an den Stall, 3 ha sind durch eine öffentliche Straße getrennt. „Dieser Weg, der nicht einsehbar ist, bereitet uns öfters Kopfzerbrechen“, erklärt Johanna Kargl. Radfahrer, Spaziergänger oder Wanderer kreuzen den Weg, und nicht immer schließen sie auch verlässlich die Schnur hinter sich. „Ein virtueller Zaun würde uns die Arbeit hierbei sehr erleichtern“, schwärmt Bernhard Kargl. Damit könnten virtuelle Grenzen gezogen werden, innerhalb dieser Barrieren bewegen sich die Tiere. Eine Einteilung in unterschiedliche Koppeln oder die Begrenzung des besagten Weges wäre auf Knopfdruck einfach möglich. So wie vielen Bauern, macht auch den Kargls die Trockenheit in den Sommermonaten zu schaffen. „Wir denken über eine Bewässerung der Weideflächen nach“, lässt der Oberösterreicher wissen. „Angedacht wäre ein Speicherteich, der von Drainagewasser gespeist wird.“ Einen Hemmschuh stellen dafür die Investitionskosten von etwa 100.00 Euro dar, welche die Umsetzung zu einem Zukunftsprojekt werden lassen.

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Dieser Artikel enthält außerdem:

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