RindKälberTränkeautomaten: Kostenfalle oder Arbeitserleichterung?

Tränkeautomaten: Kostenfalle oder Arbeitserleichterung?

Erschienen in: LANDWIRT 17/2025

Der Tränkeautomat auf Schienen besucht jedes Kalb bis zu acht Mal pro Tag.
Quelle: Moser

Während Tränkeautomaten der ersten Generation die Kälberställe häufig wieder wegen Durchfallproblemen verließen, hat sich automatisierte Kälbertränketechnik in neugebauten Ställen etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zeitersparnis, individuelles Abtränken der einzelnen Kälber und mehr Flexibilität. Dazu gehen die Hersteller davon aus, dass eine verbesserte Kälbergesundheit durch die bessere Überwachung, optimale Tränkemenge und -temperatur möglich ist. Doch für Tränkeautomaten braucht es im Regelfall eine dauerhafte bauliche Lösung. Für Betriebe, die Schritt für Schritt wachsen, sieht die Realität häufig anders aus. Von einem noblen Kälberstall können die meisten nur träumen und eigentlich sind die Kälber in den Iglus und den selbst gebauten und improvisierten Gruppenbuchten fit. Doch gerade das Tränken in Einzelbuchten macht den Großteil der Arbeit aus. Genau hier setzt das Schienensystem Calf Rail an. Laut Hersteller ist es aufgrund des Modulsystems individuell anpassbar und auch unter freiem Himmel einsatzbereit.

Arbeitsfalle Einzelbox

Im Gegensatz zu herkömmlichen Tränkeautomaten, die im Endeffekt dasselbe Prinzip wie eine Kraftfutterstation im Kuhstall verfolgen, bewegt sich die Tränkeeinheit vom Calf Rail auf einem Schienensystem und hält vor jeder Einzelbox. Bis zu 50 Einzelboxen können acht Mal pro Tag mit Milch versorgt werden. Der Tränkeautomat selbst kann gleichzeitig das Schienensystem und die Tränkestation in der Gruppenbucht versorgen. Bei dieser Schlagkraft fragt sich vermutlich so mancher: Ab welcher Herdengröße lohnt sich so eine Investition? Die wenigsten Landwirte im Alpenraum halten 50 Kälber in Einzelhaltung.

Kostenfaktor

Tränkeautomaten sind klarerweise um ein Vielfaches teurer als Kübel zu schleppen, dafür bleibt aber der Rücken verschont. Wie viel die Automatisierung kostet, hängt klarerweise von der Ausstattung ab. Im Durchschnitt ist laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit Investitionskosten von etwa 10.000 Euro zu rechnen. Zum Vergleich: Ein Milchtaxi liegt etwa bei der Hälfte der Kosten. Was das Milchtaxi allerdings nicht erspart: Tränkeeimer waschen sowie das Kälberfüttern an sich.

Das erfahren Sie noch in diesem Beitrag:

  • für welche Betriebe lohnt sich die automatische Tränke in den Einzelboxen
  • metabolische Programmierung mittels Tränkeautomat
  • so sollte das Abtränken stattfinden

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