Gleich zur Eröffnung der Veranstaltung stellte Stihl-Geschäftsführer Michael Traub klar: „Der Verbrenner wird nicht aus unserem Sortiment verschwinden. In Europa belegen die Absatzzahlen zwar ganz klar den Trend in Richtung Akkugeräte Aber Amerika, Afrika, Brasilien oder Osteuropa gehören weiterhin zu den großen Absatzmärkten für benzinbetriebene Produkte.“ Auch für harte Einsätze wie die Wertholzernte würden Benzingeräte das Mittel der Wahl bleiben. So will das Unternehmen auch künftig an einer zweispurigen Produktion festhalten. Dennoch liegt der Schwerpunkt der Entwicklung auf Akku-Geräten.
Akkugeräte im Fokus
Aktuell hat Stihl das Angebot an Profi-Akkugeräten stark erweitert. Bei den Akkus setzt Stihl auf Eigenentwicklung statt auf Zukauf. Ein neuer Zellaufbau soll die

Leistungsfähigkeit der Li-Ionen-Akkus weiter erhöhen. Laut den Waiblinger Entwicklern ist dabei die größte Herausforderung, die Balance zwischen Laufzeit und Leistungsfähigkeit der Akkus zu finden. Mit den neuen Modellen AP 20 und AP 30 mit 144 Watt bzw. 270 Watt ergänzt Stihl das Profi-Akkusegment im unteren Leistungsbereich. Diese sollen leichter und günstiger sein als bisherige Modelle. Für das Laden der Akkus im Forsteinsatz hat Stihl ein Konzeptsystem vorgestellt. Zwei Batteriespeicher PS 3000 mit je 2,1 kWh sind auf einem Einachsanhänger verbaut. Sie versorgen drei Vierfach-Ladestationen. Intelligente Ladeleisten verteilen die Energie und sorgen dafür, dass die Akkus nach und nach geladen werden. Damit sollen Geräte für vier Personen einen Werktag lang mit geladenen Akkus versorgt werden können. Unter dem klappbaren Planenaufbau finden zudem alle Akkugeräte Platz. Der Anhänger lässt sich mittels zentralem Stecker über Nacht laden.

Akku-Freischneider FSA 250
Stihl ergänzt das Portfolio der Akku-Freischneider um das Modell FSA 250. Der soll die Lücke zwischen den Modellen FSA 200 und FSA 400 schließen. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen lässt sich der FSA 250 mit Häcksel- und Kreissägeblatt ausstatten. Damit eignet er sich auch für den Forsteinsatz. Am Griff lassen sich drei voreingestellte Drehzahlstufen abrufen oder über einen Knopfdruck die gewünschte Drehzahl speichern. Eine Anzeige informiert über den Ladezustand des Akkus. Bei der Vorstellung ließ sich ein 25 cm hoher Wiesenbestand mit der dreiflügeligen Mähscheibe sauber mähen.

Akku-Laubbläser BRA 280
Stihl bietet ab kommenden Jahr den BRA 280 als Leistungs-Pendant zum bereits erhältlichen Modell BGA 300 an. Der Unterschied liegt im Akkusystem. Der BGA 300 arbeitet standardmäßig mit dem rückentragbaren Akkumodell AR ausgerüstet, während der BRA 280 mit den vielseitiger einsetzbaren AP-Akkus arbeitet. Weitere Besonderheit: Beim größeren Bruder BRA 600 sind zwingend zwei AP-Akkus notwendig, beim neuen BRA 280 nur einer. Im Testeinsatz bei der Gerätevorstellung hat die Blaskraft von 26 N ausgereicht, um nasses Laub und dünne Äste in 20 cm hohem Gras zu entfernen. Die Blasrohrlänge ließ sich einfach durch eine drehbare Schelle verstellen. Der Tragekomfort war angenehm, die Bedienung glich den Akku-Freischneidern. Aufgefallen ist uns vor allem auch die geringe Lautstärke. Der Laubbläser lässt sich serienmäßig mit dem Flottenmanagement „Stihl connected“ verbinden.

Kraftstoff MotoMix 100
Anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums 2026 hat Stihl mit dem MotoMix 100 einen neuen Kraftstoff für die Verbrenner vorgestellt. Er basiert auf biologischen Roh- und Abfallstoffen und enthält nur wenig Alkylat. Der CO2-Ausstoß soll damit gegenüber herkömmlichen Spezialkraftstoffen um 60 % sinken – bei gleichen Produkteigenschaften hinsichtlich Verbrennung und Haltbarkeit. MotoMix 100 löst den bisherigen MotoMix Eco 20 ab. Der Preis soll gleich wie beim Mineralölprodukt sein. Langfristig will der Waiblinger Konzern den CO2-Ausstoß des Kraftstoffs um 90 % zu senken.
Vorgeschmack auf Säge
Beim Medientag stellte Stihl auch eine neue Benzin-Kettensäge vor. Das Mittelklassemodell in der Größenordnung der aktuellen MS311 bzw. MS 362 hat weniger Hubraum (55 ccm² statt bislang 60 ccm²) bei gleicher Leistung und soll Kunden der Land- und Forstwirtschaft ansprechen. Auch das Design wurde überarbeitet. Wir konnten die Säge vor Ort testen. Der Motor war spritzig, die Bauweise kompakt. Fotos vom Vorserienmodell waren leider nicht erlaubt. Nähere Informationen wie Typenbezeichnung und Preis soll es ebenso erst zur Markteinführung im Frühjahr 2026 geben.
Kommentare