AckerbauBodenSo stellen Sie den Schneckenstreuer ein

So stellen Sie den Schneckenstreuer ein

Erschienen in: LANDWIRT AT 18/2020

Quelle: Böck

 Die Querverteilung beim Kalken – speziell mit schlecht eingestellten Schneckenstreuern – ist teils katastrophal. Das sieht man immer wieder. Streifen mit viel und Streifen mit nahezu keinem Kalk. Da nur die wenigsten Kalkarten im Boden mobil sind, ist es wichtig, dass an der Schnecke überall – zumindest annähernd – gleich viel herauskommt. In Ausgabe 11/2020 haben wir bereits dazu aufgerufen, auf die Querverteilung besser Acht zu geben. Zur Verdeutlichung wie weit es da fehlen kann, hat der LANDWIRT zusammen mit der Firma Bodenkalk einen Feldversuch durchgeführt. Dabei haben wir versucht, den gängigsten Kalkstreuer der Firma Kirchner mit drei verschiedenen Kalkarten richtig einzustellen.

Händler und Hersteller

Dazu führten wir eine Abdrehprobe durch und kontrollierten zusätzlich mithilfe von Schalen die Verteilung der „Teilbreiten“. Die ersten Einstellungen führten wir mit Mg-freiem Mischkalk durch. Die Voreinstellung des Händlers war die schlechteste Variante. Auch wenn der Händler davon überzeugt war, dass der Streuer richtig eingestellt war, variierten die Teilbreiten zwischen 80 % zu wenig und 160 % zu viel. Auch die gewünschte Ausbringmenge war knapp 700 kg zu wenig. Danach stellten wir den Streuer nach der Bedienungsanleitung des Herstellers ein. Hier wurde die Verteilgenauigkeit zwar besser, aber mit Abweichungen von gut 50 % zu viel und 99 % zu wenig, konnte das Optimum von +/- 30 % nicht erreicht werden. Die Ausbringmenge näherte sich hier an die gewünschten 2.000 kg an. Nach längerem Herumtüfteln schafften wir dann eine akzeptable Einstellung mit Unterschieden zwischen -31 und +35 % Abweichung vom Mittel. Die Probleme bei der Einstellung waren, dass die Skala an den Schiebern der Schnecke, welche die Öffnung regelt, falsch dargestellt ist. Laut Hersteller sollten diese über die Länge gleich sein. Dem ist aber nicht so. Die Auslauföffnungen sollten in der Mitte des Streuers kleiner und nach außen hin immer größer werden. Bei unserer Einstellung waren die Öffnungen in der Mitte 1 cm, außen 2 cm und dazwischen 1,5 cm offen.

Beschädigungen beachten

Außerdem stellten die Beschädigungen an der Maschine eine Herausforderung dar. Die Skala am mengenbegrenzenden Schieber am Behälter war verbogen und zeigte daher die falsche Menge an. Ebenso war der Schieber an der Schnecke an einer Stelle verbogen. Daher war die Öffnung dort zu groß und somit die Ausbringmenge zu hoch. Daher ist in beiden Fällen das Nachprüfen mit dem Maßband sinnvoll. Mit der Mischkalk-Einstellung an den Schneckenschiebern fuhren wir auch mit den beiden anderen Kalkarten. Dabei änderten sich die Ausbringmengen pro Hektar. Wir passten lediglich die Öffnung des Mengenschiebers am Behälter und die Schneckendrehzahl an. Das funktionierte nicht schlecht. Beim kohlensauren Mg-Kalk (gleiche Menge bei höherem spezifischen Gewicht) wurde die Verteilgenauigkeit sogar besser. Bei Branntkalk (deutlich geringe Ausbringmenge) wurde die Verteilung allerdings wieder schlechter. Die Öffnungen an der Schnecke waren für die geringe Ausbringmenge zu groß.

Achten Sie auf Beschädigungen. SIe beeinträchtigen das Streubild.
Quelle: Böck

Fazit

Grundsätzlich sind Abweichungen von einem Drittel zum Mittel vertretbar. In diesem Fall ist auch der Unterschied mit freiem Auge nicht mehr auszumachen. Optisch sichtbar war die schlechte Verteilung während der Fahrt am Feld lediglich bei der Einstellung des Händlers. Und hier auch nur im geringen Ausmaß, da sich die letzten Meter auf der linken Seite nicht ordentlich füllen wollten. Das lässt den Schluss zu, dass wenn bei der Fahrt bereits eine schlechte Verteilung sichtbar wird, die Abweichungen vom Mittel bereits über 60 % liegen. Daher können wir die Landwirte nur ermutigen, eine Abdrehprobe durchzuführen und gegebenenfalls den Streuer einzustellen.


Abdrehprobe

Das Streubild sollte über die gesamte Länge gleichmäßig sein. Am Ende der Schnecke sollte auch noch was herauskommen.

  • Machen Sie eine Abdrehprobe: 30 Sekunden bei 6 m Arbeitsbreite und 5 km/h entsprechen 250 m2. Die Streumenge wird über den Schieber am Behälter geregelt.
  • Achten Sie auch auf den Kalkauslass am Behälter. Der Kalk soll wie ein gleichmäßiger Ziegel aus der Öffnung kommen. Andernfalls sollten Sie die Geschwindigkeit des Förderbands erhöhen.
  • Lassen Sie die Schnecke laufen bis sie gefüllt ist
  • Lassen Sie den Streuer am Stand laufen und vergleichen Sie das Streubild
    • In der Mitte zu viel: Verkleinern Sie die Schieberöffnungen an der Schnecke und erhöhen Sie die Schneckendrehzahl.
    • Sind die Haufen am Schneckenende zu groß: Öffnen Sie die Schieber an der Schnecke.

 

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