Mein BetriebUrlaub Am BauernhofSerie Teil 2: Inklusion in der Praxis

Serie Teil 2: Inklusion in der Praxis

Erschienen in: LANDWIRT 17/2025

Das Olachgut hat sich schon früh auf die Zimmervermietung spezialisiert. Der Betrieb ist zu einem großen Teil barrierefrei gestaltet.
Quelle: Trummer

Wohnwägen reihen sich soweit man sehen kann aneinander, Kinder brausen mit ihren Fahrrädern über den Parkplatz. Nach Bauernhof sieht es hier so ganz und gar nicht aus. Es ist kurz nach 9 Uhr. Landwirt Heimo Feiel zeigt auf eine große Übersichtstafel und erklärt: „Wir befinden uns gerade am Haupthaus der Ferienanlage. Hier starten wir unseren Rundgang. Die Runde wird uns durch den Campingplatz führen, wo wir an den Apartment-Häusern vorbeikommen, ehe wir uns auf den Weg zum Bauernhof machen.“ Der Campingplatz ist Teil des rund 100 ha großen Olachguts in der Region Murau-Kreischberg. Seit über 50 Jahren setzt der Betrieb von Familie Feiel neben der Land- und Forstwirtschaft auch auf die Vermietung von Gästezimmern.
Im Jahr 1986 hat Heimo Feiel mit seinen Eltern das Angebot um den Campingplatz erweitert. „Gäste, die im Winter bei uns zum Schifahren waren, wollten auch im Sommer mit dem Wohnmobil ihr Lager bei uns aufschlagen“, erzählt uns Feiel, während er auf den unzähligen asphaltierten Wegen durch den Campingplatz schlendert. Rollstuhlfahrer haben hier ein Leichtes. Die Wege sind allesamt breiter als die Mindestanforderung von 150 cm. Der Großteil ist asphaltiert oder gepflastert, der Rest geschottert und gut verdichtet. Obwohl Unterschiede im Bodenniveau bestehen, gibt es keine Stufen. Stattdessen wurden seichte Rampen aus Asphalt modelliert.
Für die Vielzahl an befestigten Wegen gibt es einen guten Grund. „Wir haben immer wieder Menschen, die nicht nur gehbehindert, sondern auch geistig beeinträchtigt sind. Ein Spaziergang durch die Wiesen interessiert diese Menschen meist nicht – das finden sie fad. Sie wollen etwas erleben. Am Campingplatz und am Bauernhof ist immer etwas in Bewegung“, so Feiel.
Die vielen Wege führen auch zu vier Appartementhäusern. Zwei davon sind komplett barrierefrei gestaltet. Jedes Haus ist durch eine Rampe befahrbar, für vier Personen geeignet und für 120–150 Euro/Nacht buchbar.

Separate Sanitäranlage

Aber auch Camper mit Beeinträchtigung haben es am Olachgut einfach. Die Sanitäranlagen, der Bereich für die Geschirrreinigung sowie der Wäscheraum sind zentral im Haupthaus untergebracht. Alles ist rollstuhlgerecht ausgeführt. Die Waschbecken sind unterfahrbar, die Toiletten mit Haltebügel ausgestattet. Die WC- und Duschanlage für Rollstuhlfahrer ist zudem vom übrigen Sanitärbereich getrennt und befindet sich auf einer ruhigeren Seite des Haupthauses. Der Eingang ist etwas versteckt und geräumig ausgelegt. „Aus Erfahrung wissen wir, dass es Rollstuhlfahrer bei der täglichen Körperhygiene etwas ruhiger und diskreter haben wollen“, erklärt Feiel. Große Pflanzen verhindern zudem, dass der Eingang zugeparkt wird, schirmen etwas ab. Vor der Nasszelle gibt es einen Wartebereich für Betreuungspersonen. Im groß dimensionierten Sanitärraum zeigt Feiel auf einen Knopf am Boden und erklärt: „Ist der Gast alleine unterwegs und stürzt, kann er durch den Notrufknopf am Boden Hilfe holen. Der Alarm erscheint bei uns im Haupthaus. Ohne den Knopf würde der Gast hilflos am Boden liegen.“

Was der Beitrag noch für Sie bereit hält:

  • Gastraum befahrbar

  • Nachsaison als Treffpunkt

  • Erlebnis Urlaub

  • Der virtuelle Hof

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