In Österreich gibt es mehr als 7.500 landwirtschaftliche Beherbergungsbetriebe. Aber nur ein Bruchteil der Höfe verfügt über barrierefreie Zimmer. Barrierefreiheit ist dabei mehr als nur ein Dienst am Menschen. Durch Inklusion können Sie Ihren Betrieb von anderen abheben – eine Nische ausnutzen. Sie planen einen Um- oder Neubau? Dann ergreifen Sie die Chance, rüsten nach und ermöglichen auch Rollstuhlfahrern das „Erlebnis Bauernhof“. Im ersten Teil unserer zweiteiligen Serie „Barrierefreier Hof“ klären wir über die wichtigsten Maße und Bauausführungen auf.
Zugang erleichtern
Gestalten Sie den Haupteingang so, dass dieser auch mit einem Rollstuhl passierbar und kein weiterer Eingang notwendig ist. Dazu muss vor der Türe ein rund 1,5 m

großer Radius frei bleiben. Automatische Glasschiebetüren eignen sich für den Haupteingang am besten. Flügeltüren sollten motorisiert und per Taster bedient werden können. Drehkreuze und Karusselltüren eignen sich für Rollstuhlfahrer kaum und müssen daher umfahrbar sein. Vermeiden Sie Stufen und ersetzen Sie diese gegebenenfalls durch Rampen oder eine Niveauanpassung im Außenbereich. Türschwellen sollten keinesfalls höher als 2 cm und nur auf einer Seite der Tür vorhanden sein – am besten aber ganz fehlen. Montieren Sie keine hohen und weichen Bürstenmatten als Schmutzfang. Rollstuhlfahrer können diese nur schwer befahren. Verlegen Sie Fußabstreifer unbedingt niveaugleich mit dem Fußboden. Sehbehinderte Menschen lassen sich durch sogenannte „taktile Aufmerksamkeitsfelder“ lenken. Dabei handelt es sich beispielsweise um Gummischeiben, die auf den Boden geklebt werden und den Gast in die gewünschte Richtung leiten.
Zimmereinrichtung
Setzen Sie auf Barrierefreiheit, müssen Sie auch bei der Planung der Gästezimmer einiges beachten. Ordnen Sie Betten so an, dass rund um das Bett (bis auf die Stirnseite) 1,5 m frei bleiben. Die Betthöhe liegt idealerweise bei 45–50 cm. Wählen Sie nicht zu weiche Matratzen. Rollstuhlfahrer sollten sich darauf abstützen können, ohne weit einzusinken. Das Licht muss vom Bett aus einfach zu bedienen sein.
Statten Sie Kleiderschränke und Garderoben mit zusätzlichen Kleiderstangen aus. Die ideale Höhe für Rollstuhlfahrer beträgt dabei 110 cm. Bestellen Sie Schränke mit Schiebe- anstatt Flügeltüren. So laufen sehbehinderte Menschen nicht Gefahr, sich an offenen Türen zu stoßen. Rollstuhlfahrer werden außerdem nicht durch offene Türblätter blockiert. Schreib- oder Esstische ordnen Sie am besten so an, dass diese unterfahren werden können. Fenstergriffe sollten zudem in maximal 120 cm Höhe montiert werden. Sind Vorhänge in den Zimmern vorhanden, können Sie Schleuderstangen nachrüsten. Damit können Rollstuhlfahrer die Vorhänge leichter zuziehen.
Was der Artikel noch für Sie bereit hält:
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Türen, Rampe, Lifte
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Sanitärbereich
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Essbereich
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