BioBio-SchweinSchweine ohne Hitzestress

Schweine ohne Hitzestress

Erschienen in: LANDWIRT bio 04/2024

Schweineställe mit Auslauf und Betonböden sollten im Sommer gekühlt werden, um hohes Tierwohl und gute Leistungen zu erhalten.
Quelle: Geßl

Schweine besitzen nur auf der Rüsselscheibe Schweißdrüsen und regulieren ihre Körpertemperatur über ihr Maul („Hecheln“) und Suhlen. Bei Hitzestress rauschen Sauen unauffälliger, fressen schlechter und geben weniger Milch, schlappe Mastschweine wachsen langsamer. Unsere Sommer werden immer heißer. Daher sollten Ställe mit Auslauf und Betonböden im Sommer gekühlt werden, um hohes Tierwohl und gute Leistungen zu erhalten.

Tränken und Schatten

Bevor man sich Gedanken über Kühlsysteme macht, muss die Wasserversorgung der Schweine sichergestellt sein: Ausreichend viele Tränken – mindestens eine pro zehn Schweine – in passendem Abstand, Einbauhöhe und Durchflussrate ermöglichen Kühlung von innen. Blattpflanzen, Laubbäume, Windschutznetze oder Curtains, die Ausläufe und Stallwände beschatten, vermindern außerdem sommerliche Wärmespeicherung in Beton oder Mauerwerk.

Sind Liegekisten oder Liegebereiche schlecht belüftet, wird es innen feucht und die Schweine koten hinein.
Quelle: Wlcek

Mistbaden vermeiden

Werden Schweinen an heißen Tagen keine Abkühlmöglichkeiten angeboten, müssen sie sich in ihren eigenen Ausscheidungen wälzen. Nur damit erreichen sie jene Verdunstungskälte, die sie vor Kreislaufproblemen bewahrt. Die Tiere verschmutzen und der Güllegeruch belästigt nicht nur Nachbarn und belastet die Umwelt, sondern gelangt über Haut und Lunge in den Körper. Dann kann selbst Bio-Fleisch „schweindeln“, also unangenehm riechen.

Der Kontakt der Schweine mit ihrem Kot ist auch aufgrund von Krankheits- und Parasitenübertragung problematisch: Kolibakterien können besonders bei Jungtieren (Saug- und Absetzferkel) zu Durchfall führen. Spulwurmeier gelangen über ein verschmutztes Gesäuge schon in neugeborene Ferkel. Freiwillig legen sich Schweine nie in ihre Ausscheidungen. Wenn sie sich auf andere Weise abkühlen können, bleiben sie sauber und so aktiv, wie sie es eben im Sommer sein können. Folgende Möglichkeiten gibt es für Bio-Betriebe, um mit vertretbarem Aufwand kühle Bereiche in Stall oder Auslauf zu schaffen: Liegebereich im Stallinneren kühl halten Schweine und Boden im Außenbereich befeuchten.

Was der Artikel noch bereithält:

  • Kühlmöglichkeiten für Sauen, Ferkel und Mastschweine
  • Besser sprühen statt duschen
  • Einfache und günstige Kühlmöglichkeiten aus der Praxis

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