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Schulen bald ohne Schulmilch?

Erschienen in: LANDWIRT 17/2025

Immer weniger Schüler trinken Schulmilch.
Quelle: Honetz

„Es kommt darauf an, wie groß die Nachfrage im heurigen Schuljahr ist“, antwortet Margarete Bauer auf die Frage, ob sie auch in Zukunft weiter Schulmilch anbieten wird. Seit fast 30 Jahren beliefert der Hartberger Betrieb Schulen in der Umgebung. Waren es 2021 noch 14 bäuerliche Betriebe in der Steiermark, die Schulmilch lieferten, sind es heute nur noch sechs. Insgesamt gibt es in Österreich derzeit rund 50 Schulmilchbauern, die ungefähr 2.000 Kindergärten und Schulen beliefern. Hier zeigt sich derzeit noch eine stabile Entwicklung. Zum Vergleich: In ganz Bayern nehmen gerade einmal 15 Direktvermarkter mit Milch- und Milchprodukten am EU-Schulprogramm teil. Während Österreichs Kinder mehrmals pro Woche Schulmilch angeboten bekommen, erhalten die bayerischen Kinder in Kindergärten und Grundschulen nur zwei- bis dreimal pro Monat kostenlos eine Portion Milch und Milchprodukte. Oft im Wechsel mit Obst und Gemüse. Allein dadurch lässt sich für den Freistaat auf die geringere Zahl an Schulmilchbauern schließen.

Schulmilch unpopulär?

„Es macht den Anschein, dass tendenziell jüngere Lehrer weniger Interesse daran haben, dass Schüler Milchprodukte zu sich nehmen“, erklärt Bauer. Häufig würden Wasser oder ungesüßte Alternativen als gesünder angesehen – eine Meinung, die sich immer stärker durchsetzt. Einen Widerspruch dazu stellen aber in vielen Schulen Softdrinkautomaten mit zuckerhaltigen Geränken dar, die eine starke Konkurrenz zur Schulmilch sind. „Ältere Lehrer setzen sich noch verstärkt für Schulmilch ein und entschuldigen sich teilweise sogar, wenn wenige Bestellungen getätigt werden“, fügt Margarete Bauer hinzu. Mit 58 Jahren steht die Landwirtin kurz vor der Pension. Ihr Sohn, der den Hof weiter bewirtschaftet, wird die arbeits- und zeitaufwendige Schulmilchproduktion und die Belieferung der zehn Volksschulen nicht mehr weiter betreiben. „Die gestiegenen Produktionskosten und die hohen Spritpreise machen es zusätzlich wenig attraktiv, Schulmilch anzubieten“, ergänzt Bauer.

Das erfahren Sie noch in diesem Artikel:

  • Warum hören alteingesessene Betriebe auf?
  • Einsteiger, es gibt sie doch!
  • Warum es Sinn macht, Schulmilch zu bestellen.

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