Beim Export von Mineraldüngern hat Russland im bisherigen Jahresverlauf gute Geschäfte gemacht. Sollte die Entwicklung anhalten, könnte 2025 eine Ausfuhrmenge von 45 Mio. Tonnen erreicht werden. Damit würde der Vorjahreswert um 7% übertroffen. Davon geht der russische Verband der Mineraldüngerhersteller (RAPU) in seiner aktuellen Prognose aus. Bislang hatte der Verband mit einer Exportmenge von 44 Mio. Tonnen gerechnet.
Laut RAPU wurden von Januar bis August 29,8 Mio. Tonnen Mineraldünger exportiert; im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Plus von 8%. Ob sich der Optimismus des Exportverbandes allerdings tatsächlich in konkreten Zahlen niederschlagen wird, ist fraglich. Dem könnte die EU einen Strich durch die Rechnung machen. Seit Juli verlangt die Gemeinschaft nämlich einen Strafzoll auf stickstoffhaltige Düngemittel aus Russland, um eine zu starke wirtschaftliche Abhängigkeit von diesem Lieferanten zu verhindern und den Geldstrom in die russische Wirtschaft zu unterbrechen.
Das bisher in diesem Jahr von Russland erreichte hohe Exportvolumen bei Mineraldüngern ist unter anderem auf die von den EU-Staaten abgenommenen Mengen zurückzuführen. Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) belief sich der Bezug von Mineraldüngern aus Russland im ersten Halbjahr 2025 auf 3,25 Mio. Tonnen; gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das ein Plus von 48%.
RAPU wies darauf hin, dass die Weltmarktpreise für Phosphor- und Stickstoffdünger nach vorläufigen Neunmonatsergebnissen ein hohes Niveau aufwiesen. Das sei vor allem auf eine große Nachfrage aus Indien sowie anderen Ländern des globalen Südens – insbesondere in Asien und Lateinamerika – zurückzuführen. Die von dem Verband für 2025 prognostizierte Jahresproduktion an Düngemitteln in Russland liegt weiterhin bei 65 Mio. Tonnen; das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 3%.

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