Statt auf Stabketten und „Novo-grip“ setzt Krone bei seiner neuen Press-Wickel-Kombination auf einen einzigen Pressriemen. Dieser wird über verschiedene Umlenk- und Spannrollen geführt und an drei Stellen angetrieben. So ist das Schlupfrisiko minimiert. Der Riemen bildet zusammen mit zwei seitlichen Scheiben die Ballenkammer. Eine mitwandernde Schwinge erweitert diese kontinuierlich bis zur gewünschten Ballengröße. Während des Pressvorgangs sorgt eine Rolle für den entsprechenden Gegendruck.
Wartungsarmer Antrieb
Künftig treibt ein Getriebe Pressriemen und Schneidwerk an. Lediglich für den Antrieb von Press- und Reinigungswalze sind noch zwei Ketten verbaut. Das vereinfacht die Wartung. Die Überlastkupplung für den Schneidrotor und die Presswalze ist auf 5.000 Nm ausgelegt.
41-Messer-Schneidwerk

Das Schneidwerk besitzt 41 Messer. Die Schnittlänge gibt Krone mit 27 mm an. Jedes Messer ist einzeln gegen Fremdkörper abgesichert. Der Fahrer wählt die Messer in den Gruppen 41, 21, 20 oder 5 mechanisch vor und schaltet sie dann hydraulisch zu. Durch die klappbare Abdeckung kann man die Messerkassette leicht vom Schmutz befreien. Für weitere Wartungs- oder Reinigungszwecken lässt sich die Kassette zur Seite ausziehen und kann vom Traktorsitz oder über eine externe Bedienung abgesenkt werden.
Die hydraulische Pick-up ist pendelnd aufgehängt. Der Pendelweg beträgt 140 mm. Ein Rollenniederhalter unterstützt sie bei der Gutaufnahme und beim Weitertransport zum Rotor. Bei Verstopfungen lässt sich der Rotor auskuppeln, damit der Bindeprozess ungehindert weiterläuft.
Zwei Bindungsvarianten
Mit dieser Rundballenpresse ist es erstmals möglich, zwei Bindungsvarianten – Netz oder Mantelfolie – parallel anzuwenden. Dabei kann aber nur jeweils eine aktiv sein. Die Bindungsart wählt der Fahrer über das Traktor-Terminal aus. Dieses System bietet gerade Lohnunternehmern maximale Flexibilität. Der Kunde kann noch vor Ort entscheiden, ob er eine Netz- oder eine Folienbindung bevorzugt.

Für variierende Netz- und Foliensorten kann man die Netzbremse hydraulisch anpassen. Weiters gibt es serienmäßig eine Raff-Einrichtung für Folien. Damit will Krone eine maximale Zuverlässigkeit unter allen Bedingungen erreichen. Die gesamte Bindungseinrichtung lässt sich hydraulisch aus- und einschwenken. So kann man die Rollen komfortabel einlegen.

Neue Bedienoberfläche
Entsprechend den neuen Funktionen hat sich auch die Bedienoberfläche am Isobus-Terminal verändert. Der Ballendurchmesser lässt sich zwischen 60 und 165 cm einstellen. Die verschiedenen Pressdrücke innen, mittig und außen kann man ebenfalls über das Traktor-Terminal definieren. An der Maschine sind im vorderen und hinteren Bereich externe Bedienungen angebracht. Darüber kann man die Pick-up, den Wickler und weitere Funktionen steuern.
Wickelvorgang
Ist ein Ballen fertig gepresst, fährt der Wickeltisch für die Ballenübernahme nach unten. Ein Ballenbügel hilft bei der Übergabe. Anschließend fährt der Tisch hoch und der Wickelprozess startet. Dann kippt er nach hinten und legt den Ballen ab. In Hanglagen optimiert ein Gyroskop die Position des Wickeltisches.
Ist eine Wickelfolie aufgebracht, kann der Fahrer entscheiden, ob nur mit einer weitergewickelt werden soll. Sechs Rollen für die Netz- oder Folienbindung sowie die Wicklung kann man auf der einen Maschinenseite mitführen, acht auf der anderen Seite. Nach Öffnen der Seitenverkleidung lässt sich der Folienvorrat hydraulisch absenken. Damit ergibt sich eine ergonomisch gute Höhe zum Entnehmen der Rollen.
Einachs-Fahrwerk
Die rund 8,5 t schwere Press-Wickel-Kombination ist nur mit einer Einzelachse, dafür aber mit groß dimensionierten Reifen ausgestattet. Der an unserer Vorführmaschine montierte 710er „Ridemax“ Reifen von BKT trägt zur Bodenschonung bei. Die Außenbreite beträgt damit 3,20 m.
Seitlich an der Presse finden sich ein Werkzeugkasten und eine Messerschublade. Außerdem gibt es einen Wassertank mit Seifenspender. Der ist allerdings sehr tief platziert.
Fazit
Krone verspricht bei dieser Presse eine bis zu 15 % höhere Dichte und bis zu 30 % mehr Durchsatz im Vergleich zum Modell „Comprima Plus“.
Wir haben die Press-Wickel-Kombination für diesen Fahrbericht mit einem John Deere-Traktor 6M 185 gezogen und mit der 1.000er-Zapfwelle betrieben. Die Traktorleistung reichte gerade noch aus, die Ballen waren trotzdem formschön und fest.
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