LANDWIRT: Was hat sich seit unserem Besuch verändert?
Gisela HUBER (lacht): Unser Hof ist immer noch so abgelegen, dass der Fuchs den Hasen nicht frisst, weil er sonst alleine wäre. Das hat sich nicht verändert. Aber betrieblich hat sich einiges getan. Wir haben keine Milchkühe mehr und die Flächen sind verpachtet. Ich arbeite Vollzeit in meinem Kosmetikstudio.
Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Wir hatten damals 17 Milchkühe und der Milchpreis war im Keller. 2017 habe ich die Milchwirtschaft aufgegeben und auf Mast umgestellt. Aber aufgrund der Bestimmungen hätte ich zu viel in den Anbindestall investieren müssen, sodass ich schweren Herzens die Tierhaltung aufgegeben habe. Ich habe mich von meinem Mann getrennt und den Hof alleine bewirtschaftet. Für die Außenarbeiten musste ich aber zum Teil Hilfe nehmen, und das hat sich auf Dauer nicht rentiert. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber ich habe gute Pächter gefunden.
Was wurde aus dem Kosmetikstudio?
Das habe ich noch weiter ausgebaut und aus dem Studio ist eine Verwöhnoase geworden. Ich biete Aus- und Weiterbildungen im Bereich Kosmetik für Profis an. Während der Corona-Zeit durfte ich ja nicht öffnen und habe mir daher in der Zwischenzeit einen Großhandel für dekorative Kosmetik aufgebaut. Damit beliefere ich Studios und Friseure in ganz Österreich.
Wie kann man sich die Verwöhnoase vorstellen?
Bei mir eine Wohlfühlzone mit verschiedenen Beautyanwendungen. Ideal für Frauen und Männer, die sich eine Verwöhnauszeit bei mir gönnen wollen. Für dieses Jahr ist noch ein Schwimmteich und ein Pavillion für Kosmetikbehandlungen geplant.
Wer nutzt dieses Angebot?
Es sind Menschen, die ganz gezielt nach der Ruhe suchen. Einfach vorbeifahren ist bei mir nicht, sie alle haben einen Grund, warum sie zur Gisi kommen. Das Einzugsgebiet ist groß und die Kunden nehmen einiges an Anfahrtszeit in Kauf. Es sind Männer und Frauen, die im Beruf gut aussehen wollen oder ihre Haut pflegen möchten, weil sie zum Beispiel viel im Freien sind. Es sind aber auch Freunde, die gemeinsam einen Tag bei mir auf dem Hof verbringen.
Wie geht es weiter?
Corona und die angespannte wirtschaftliche Lage haben natürlich Spuren hinterlassen. Wenn es aber wieder etwas ruhiger wird, möchte ich das Kosmetikstudio weiter ausbauen. Wie es mit dem Hof weitergeht, ist noch offen. Meine Kinder haben sich für andere Berufe entschieden, ich bin jedoch auch noch zu jung, um den Hof zu übergeben. Sollten sich aber später eventuell meine Enkelkinder dafür interessieren, dann stehen ihnen alle Türen offen. Sie können die Landwirtschaft wieder aktivieren.

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