AlmwirtschaftNach Kuhattacke: „Almführerschein“ für Hunde gefordert

Nach Kuhattacke: „Almführerschein“ für Hunde gefordert

Bevor man einen Hütehund auf der Alm einsetzen kann, braucht er unter jeder Pfote ein Jahr an Ausbildung und Erfahrung, besagt eine Faustregel.
Quelle: Andrea Sulig

Am Sonntag (31. August) wurde ein Wiener Ehepaar bei einer Wanderung in Ramsau am Dachstein von einer Kuhherde attackiert. Die Frau wurde schwer verletzt. Ihr Mann starb im Spital. Der Hund des Paares dürfte der Auslöser für den Zwischenfall gewesen sein.
Nun werden Forderungen nach Maßnahmen laut. Der Steirische Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger fordert ein generelles Verbot für Hunde auf Almen. „Ich möchte darauf hinweisen, dass wir in der Landwirtschaft die letzten Jahre wirklich extrem viel informiert haben. Wir haben versucht über Werbekampagnen, die Verhaltensregeln auf der Alm, wie man mit Hunde auf Weiden spazierengeht, in die Öffentlichkeit hinauszutragen. Wir haben Social Media-Postings gemacht und und und. Es ist wirklich leider daraus nicht entstanden, dass wir solche Dinge verhindern haben können. Und da bleibt es nur zu fordern, dass in Zukunft die Menschen, wenn sie auf die Almen gehen, ihre Hunde nicht mehr mitnehmen“, so Steinegger im Interview mit dem ORF.
Rupert Quehenberger, LK-Präsident in Salzburg, will einen anderen Weg einschlagen. Ein „Almführerschein“ für Hunde könnte Abhilfe schaffen. Nur Hunde die an Weidevieh gewöhnt sind, es nicht anbellen oder aufschrecken und sich beim Lösen der Leine nicht hinter den Besitzern verstecken sollen laut Quehenberger künftig auf den Almen zugelassen sein. Ein Zusatzmodul in der Hundeausbildung könnte diese Fähigkeit fördern und überprüfen. „Es gibt Hunde, die auch auf Almen sein müssen: Da muss man differenzieren: Was ist ein Hütehund, was ist ein Jagdhund? Wer hat die Berechtigung dort zu gehen? Es wird auch Bergrettungs- oder Suchhunde auf Almen geben. Da gehört genau nachgedacht, wie das aussehen kann“, so der Salzburger LK-Präsident.
Ein großes Problem sieht Quehenberger vor allem bei Hunden aus städtischen Gebieten. Diese reagieren meist gar nicht oder falsch auf Rinder. „Ein Tier, das nur im städtischen Bereich aufwächst und nie ein Rind, ein Pferd oder ein Schaf sieht – da stehen wir vor neuen Herausforderungen“, so der Almbauer.

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