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Die Strahlen der Mittagssonne fallen durch die Glasscheiben eines hölzernen Zubaus. Eine große Kuh liegt ruhig vor dem Eingang. Kein Wunder, ist sie auch aus Plastik. Im Inneren hört man klirrendes Glas. Die Tür steht offen. Kühlautomaten reihen sich aneinander. Zwischen den Verkaufsautomaten steht ein weißer Kühlschrank. Landwirtin Iris Fritz-Pfeiffer befüllt ihn gerade mit frischer Kuh- und Ziegenmilch. „Die Milch fülle ich jeden Tag nach dem Melken frisch ab. Sie ist unpasteurisiert und enthält noch alle wertvollen Nährstoffe. Das bekommen die Kunden im Geschäft nicht mehr“, erklärt uns die Bio-Bäuerin, ohne sich von der Arbeit abhalten zu lassen. Kein Wunder, denn ohne ihren Fleiß und vollen Arbeitseinsatz gäbe es den Hof in seinem jetzigen Erscheinungsbild wohl nicht. War er doch seit jeher einer der kleinsten Betriebe im Ort. Mittlerweile ist der Hof aber einer der wenigen in der Region, der noch im Vollerwerb bewirtschaftet wird.
Alle Flaschen sind im Kühlschrank verstaut. Fritz-Pfeiffer kontrolliert noch schnell das Wechselgeld und die Handkasse. „Unsere Kunden sind ehrlich zu uns. Nur selten fehlt Wechselgeld. Dafür haben wir dann unsere Überwachungskamera“, erklärt Fritz-Pfeiffer und zeigt nach oben ins Eck über der Eingangstüre.
Milch ab Hof seit 25 Jahren
Den hölzernen Bauernhauszubau für die Direktvermarktung hat Familie Pfeiffer 2018 realisiert. Er löste eine kleine, 1,5 m2 große Holzhütte samt Milchautomaten ab.
Milch und Eier werden am Hof schon seit 1991 direkt an die Kunden vermarktet. „Wir waren im Jahr 1995 einer der ersten Betriebe in der Oststeiermark, die einen

Milchautomaten angeschafft haben. Die Kunden mussten dazu ihr eigenes Gefäß mitbringen. Nicht selten gab es Probleme beim ‚Zapfen‘, vor allem wenn das Milchgeschirr nicht ausreichend groß war. Bei jedem Tastendruck kam nämlich genau ein Liter Milch aus dem Rohr. Der Automat war ständig verschmutzt und musste mehrmals täglich gereinigt werden“, erinnert sich die Bäuerin schmunzelnd zurück.
Mittlerweile gibt es die „Milchtankstelle“ nicht mehr. Die Milch wird selbst in Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt. Der Kunde muss die Milch nur mehr aus dem Kühlschrank nehmen und das Geld in die Kassa einwerfen. „Die fertig abgefüllten Flaschen sind kundenfreundlicher. Beim Milchautomaten kam es oft zu längeren Wartezeiten, bis jeder seine gewünschte Menge gezapft hatte. Auch musste ständig ein 20-l Milchfass getauscht und von der Milchkammer zum Automaten geschleppt werden. Die fertig abgefüllten Glasflaschen sind da leichter zu transportieren“, berichtet Fritz-Pfeiffer, als sie eine Flasche aus der Leergutkiste zieht und begutachtet. Die Bio-Bäuerin würde sich wünschen, dass alle Kunden die Flaschen vor dem Zurückstellen ausspülen. Nicht selten müssen Mehrweg-Flaschen entsorgt werden, die sich nicht reinigen lassen. Grundsätzlich lobt Fritz-Pfeiffer aber die Disziplin der Kunden bei der Pfandrückgabe. „Nur, wenn das Obst in den Gärten reif ist, gehen uns fast die Flaschen aus. Die Kunden verwenden diese nämlich gerne zum Saft abfüllen oder Marmelade einkochen“, ergänzt die Landwirtin, während sie mit einem Tuch die Fingerabdrücke am Glas der Verkaufsautomaten beseitigt.
Was der Artikel noch für Sie bereit hält:
- Wie die Lage sich auf den Verkauf auswirkt
- Was hinter einem Qualifizierungsbetrieb steckt
- Woher der nötige Zuverdienst kommt
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