In der Europäischen Union könnte die Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) bereits weiter verbreitet sein als bislang gedacht. Am Sonntag, 29. Juni 2025 wurde der erste Nachweis in Frankreich bestätigt. Das Pariser Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass eine Rinderherde im Département Savoie betroffen ist. Das Département grenzt an die italienische Region Piemont, auch die Schweiz ist nicht weit entfernt. Der betroffenen Bestand wird laut Angaben des Ministeriums in Übereinstimmung mit europäischem Recht gekeult. Außerdem ist ein Sperrgebiet im Radius von 20 Kilometern eingerichtet worden, die Verbringung von Rindern ist dort untersagt. Veterinärmedizinische Kontrollen werden im direkten Umfeld der Sperrzone verstärkt durchgeführt. Von den Einschränkungen betroffen sind auch Teile der Départements Haute-Savoie, Ain und Isère. Vergangene Woche wurden bereits mehrere Ausbrüche der LSD in Italien bekannt.
Einschätzung des FLI
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gibt in einer qualitativen Risikobewertung an, dass für die Ausbereitung der Rinderseuche über größere Distanzen hauptsächlich der Transport infizierter Tiere verantwortlich ist, während auf der lokalen Ebene „wahrscheinlich in den meisten Fällen Arthropoden, insbesondere blutsaugende Insekten“ verantwortlich sind. Hier gebe es jedoch „große Wissenslücken“. 2016 hat das FLI das Risiko einer Einschleppung der LSD durch Vektoren, also etwa Bremsen oder Stechfliegen als „vernachlässigbar-gering“ eingestuft. Dabei war aus Sicht der Fachleute das Risiko „Vernachlässigbar“ auf legalen Handel mit infizierten Tieren bezogen, während beim Personen- und Fahrzeugverkehr die Kategorie „mäßig“ zutraf. Wenn die Seuche allerdings eingeschleppt wird, drohen laut FLI aufgrund der naiven Tierpopulationen, der erheblichen wirtschaftlichen Schäden sowie des beträchtlichen Leidens der betroffenen Tiere erhebliche Konsequenzen. AgE
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