Beim Vernetzungstreffen im Bereich der Tierhaltung an der Landwirtschaftlichen Fachschule Hohenlehen tauschten sich Anfang November 2025 BeraterInnen der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer sowie Lehrkräfte der Landwirtschaftsschulen über aktuelle Herausforderungen und Innovationen aus. Von Aquakultur über Biosicherheit bis zu regionaler Wertschöpfung – das Programm bot praxisnahe Impulse für Lehre und Beratung.
„Das Treffen diente dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Austausch über neue Entwicklungen in der Tierhaltung, die für Lehre und Beratung relevant sind“, erklärt Fachlehrerin Bianca Maron. „Die Niederösterreichischen Landwirtschaftsschulen gestalten ihren Unterricht stets am neuesten Stand der Technik, und die Landwirtschaftskammer versteht sich als verlässliche Partnerin für die fortschrittliche Betriebsentwicklung“, so Maron. Um diesem gemeinsamen Ziel gerecht zu werden, trafen sich diesen Herbst rund 30 Experten der Tierhaltung zum traditionellen Vernetzungstreffen – diesmal an der Bergbauernschule Hohenlehen.
Von der Forelle bis zum Wagyu-Rind
Die vielfältigen Betriebszweige der Gastgeberschule boten den idealen Rahmen: Passend zur schuleigenen Forellenzucht präsentierte Benedikt Berger, Berater für Aquakultur, das erweiterte Beratungsangebot der Landwirtschaftskammer und stellte sich als österreichweiter Ansprechpartner für die Fischzucht vor.
Erfolgreiche regionale Konzepte standen ebenfalls im Fokus: Die direkt neben der Schule angesiedelte Schlachtgemeinschaft Hohenlehen Fleisch verarbeitet Tiere vom Schulbetrieb und von umliegenden Höfen zu Frischfleisch und hochwertigen Fleischprodukten – ein Paradebeispiel für regionale Wertschöpfung und kurze Wege.
Als weiterer Vorzeigebetrieb der Region wurde Bio Wagyu Reingrub präsentiert. Betriebsführer Josef Buder hält seit 2012 reinrassige Wagyu-Rinder und veredelt das Fleisch zu Delikatessen. Sein Erfolgsrezept: ausgeklügeltes Marketing und verlässliche Geschäftsbeziehungen.
Biosicherheit nach Seuchenfällen
Die Biosicherheit auf den tierhaltenden Betrieben ist nach Seuchenfällen stärker in den Fokus gerückt. Die Erfahrungen mit der Maul- und Klauenseuche im Frühjahr prägten die Diskussion am Abend. Alle Betriebe mit Klauentierhaltung in Niederösterreich mussten damals über Nacht strenge Biosicherheitsmaßnahmen umsetzen – für hochfrequentierte Schulbetriebe eine besondere Herausforderung. In intensiven Diskussionsrunden wurden die Erfahrungen aufgearbeitet und Strategien für künftige Krisensituationen entwickelt.
Drängende Themen der Zukunft
Am Folgetag referierten Fachleute zu drängenden Zukunftsthemen: Reinhard Gastecker beleuchtete Alternativen zur Milchproduktion in Grünlandregionen und sprach dabei auch offen über wirtschaftliche Hürden: Viele alternative Wirtschaftszweige haben einen geringeren finanziellen Output.
LK-NÖ-Berater Gottfried Etlinger widmete sich dem Thema Emissionen aus der Tierhaltung, das bei Anrainerbeschwerden zunehmend relevant wird.
Zusammenarbeit zwischen Schulen und Beratung
Das Vernetzungstreffen unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Beratung. Durch gemeinsamen Austausch und kontinuierliches Lernen sollen angehende Bäuerinnen und Bauern optimal auf die vielfältigen Herausforderungen einer modernen, zukunftsfähigen Landwirtschaft vorbereitet werden.
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