LandlebenErnährungKommentar zum Essverhalten: Fleisch, für viele alternativlos

Kommentar zum Essverhalten: Fleisch, für viele alternativlos

Erschienen in: LANDWIRT 19/2025

„Fleischesser werden sich rechtfertigen müssen, dass sie Tiere verzehren“, war sich Christian Dürnberger am LANDWIRT Rinderfachtag vor knapp zehn Jahren sicher. Der Philosoph prognostizierte den Rinder- und Schweinehaltern eine düstere Zukunft. Auch ich war mir zu der Zeit sicher, dass sich das Essverhalten ändert. Fleischlose Alternativen im Supermarkt nahmen zu, in den Städten eröffneten vegetarische und vegane Restaurants. Selbst McDonalds brachte seinen ersten rein pflanzlichen Burger auf den Markt.

Es wird mehr Fleisch gegessen

Während die öffentliche Diskussion bis heute von fleischlosen Ernährungsidealen geprägt ist, zeigen die neuesten Statistiken ein anderes Bild. Allen Unkenrufen zum Trotz wurde 2024 wieder mehr Fleisch gegessen. Während jeder Österreicher im Durchschnitt 58 kg Fleisch konsumierte, waren es bei den Deutschen 53,2 kg pro Person. Ein Zuwachs von 0,7 bzw. 0,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Ähnlich sieht es in Spanien und Frankreich aus.

Die Menschen greifen also wieder lieber zum Brathendl und zum Steak als zu fleischlosen Alternativen aus Erbsen, Lupinen oder Sojabohnen. Für Tierhalter ist diese Entwicklung eine Bestätigung ihrer Arbeit. Unterstützung könnten sie von der EU bekommen. Im Agrarausschuss des EU-Parlaments geht gerade ein Verordnungsentwurf um, tierbezogene Begriffe, wie z. B. Wurst und Schnitzel, für vegetarische und vegane Produkte zu verbieten. Bleibt zu hoffen, dass das konsumierte Fleisch aus dem Inland kommt und nicht aus Übersee oder von anderswo.

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