KommentarKommentar: Technik braucht Verantwortung

Kommentar: Technik braucht Verantwortung

Erschienen in: LANDWIRT 16/2025

Horsch steigt in die Forsttechnik ein. Das bayerische Familienunternehmen, das sich auf Technik für den konservierenden (heute bekannt als klimawandelangepassten) Ackerbau spezialisiert hat, produziert nun auch Forstmaschinen. Erste Eindrücke eines neuen Rückewagens vermitteln wir Ihnen hier.

Kein Geheimnis macht Horsch daraus, dass man weniger die bäuerliche Waldbewirtschaftung im Fokus hat, sondern eher das globale Forst-Business. So will der Hersteller bis 2035 sogar selbst entwickelte Forwarder und Harvester auf den Markt bringen. Große Märkte dafür seien vor allem Brasilien und Nordamerika. Horsch ist in diesen Regionen bereits mit eigenen Standorten für Produktion, Vertrieb und Service vertreten – und erhofft sich entsprechend große Marktanteile.

Ausgerechnet in Brasilien wurden laut einer Studie alleine 2024 rund 2,8 Millionen Hektar Urwald zerstört. Weltweit waren es 6,7 Millionen Hektar. Das entspricht fast der Fläche Bayerns. Die für den Klimaschutz so wichtigen Wälder werden großteils durch Brandrodung oder Kahlschlag geräumt, zumeist illegal. Die dadurch neu erschlossenen Ackerflächen – womöglich mit europäischer Landtechnik bearbeitet – dienen dann etwa dem großflächigen Sojaanbau für den Weltmarkt.

Auf seiner Internetseite wirbt Horsch mit dem Slogan „Schutz der Umwelt und der gesunde Mensch sind unsere obersten Prioritäten“. Nun sind in erster Linie die Anwender für einen nachhaltigen Einsatz ihrer Maschinen verantwortlich und weniger die Hersteller. So bleibt nur zu hoffen, dass die Käufer von Horsch-Maschinen stets eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung ihrer Flächen als oberstes Ziel haben – egal, ob im Ackerbau oder in der Forstwirtschaft und egal, wo auf der Welt.

 

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