AckerbauGetreideKommentar: (K)eine schlechte Getreideernte?

Kommentar: (K)eine schlechte Getreideernte?

Erschienen in: LANDWIRT 17/2025

Es ist Zeit, eine erste Bilanz der diesjährigen Getreideernte zu ziehen. Der Internationale Getreiderat (IGC) prognostiziert für 2025/26 eine globale Erntemenge von 2.376 Mio. t und damit die höchste Getreideernte aller Zeiten. Das sollte für uns ein Grund zur Freude sein. Doch weit gefehlt – zumindest was die europäischen Landwirte betrifft. Das gute Wetter im Frühjahr erfreute uns Bauern bis Ende Juni mit schönen Beständen auf den Feldern. Das spie- gelte sich auch bei den guten Erträgen der Gerste wider. Leider wechselte das Wetter ab Anfang Juli zu Dauerregen. Wer beim Weizen zu lange gewartet hat, wurde schwer bestraft. Vielerorts stand er noch Mitte August auf den Feldern. Zu diesem Zeitpunkt eignete sich auch der schönste Qualitätsweizen bestenfalls noch als Tierfutter. Die große Ernüchterung kam für die Getreidebauern aber erst, als sie die Gutschrift vom Getreidehändler erhielten, denn die Preissituation ist in diesem Jahr alles andere als gut. Die „Kirsche auf der Sahnehaube“ ist jedoch, dass die Betriebsmittelpreise, allen voran die Preise für Dünger – speziell bei Phosphor und Stickstoff –, schier ins Unermessliche steigen. Das liegt nicht zuletzt an den Importzöllen der EU und am Bestreben, bei den Düngerimporten Russland den Rücken zu kehren. Andererseits hat Russland mit Anfang Juli die Exportsteuer für Getreide auf null gesetzt und überschwemmt nun mit billigem Getreide fragwürdiger Qualität den Exportmarkt. Ich frage mich nur, warum in dieser Situation wieder einmal die Bauern die Leidtragenden sind.

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