Oliver Michlits öffnet das schwarze Gatter zur Plantage seiner Familie. Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, was sich unter den in knapp 3 m Höhe gespannten Hagelschutznetzen verbirgt. Es könnten Äpfel, aber auch Marillen (Aprikosen) sein. Doch es ist keine gewöhnliche Kultur, die auf den 2,3 ha wächst. Familie Michlits hat hier 2018 eine Bio-Kiwibeeren-Plantage angelegt. Dann hieß es Geduld haben, denn bis die Pflanzen Früchte trugen, dauerte es drei Jahre. „Wir haben online nach Kulturen gesucht, die nicht jeder produzieren kann. So sind wir dann auf die Kiwibeere gestoßen und mit unserer Plantage gleich aufs Ganze gegangen, anstatt zuerst zu probieren. Wir haben knapp 75.000 Euro ohne Pflanzen investiert“, erinnert sich der 29-Jährige. Auch Vater Heribert und Bruder Philipp Michlits interessierten sich für die außergewöhnliche Kultur.
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Verschiedene Sorten
Der Junglandwirt biegt in einen Gang der Plantage ein und beginnt die Pflanzen zu begutachten. Die ersten Pflanzen holten sich die Michlits’ aus Deutschland von Richard Hamanns „Kiwiri“-Gärtnerei, die auf Kiwibeeren spezialisiert ist. Für die insgesamt knapp 5.200 Pflanzen brauchte es noch einen zweiten Lieferanten, dieser war aus Polen. „Die Pflanzen haben wir konventionell gekauft, da es keine Bio-Pflanzen zu kaufen gibt, und auf Umstellflächen gepflanzt. Da sie erst nach drei Jahren Früchte tragen, waren sie dann bio“, erklärt Oliver Michlits. Eine Pflanze hat etwa 6,50 Euro gekostet. Die Familie entschied sich damals für vier verschiedene Sorten. Eine davon war Scarlet September. „Diese Sorte haben wir mittlerweile wieder aussortiert, da sie rote Früchte trägt. Beim Kunden setzt das neben den grünen Kiwibeeren den falschen Appell, nämlich dass die roten reif sind und die grünen nicht“, erinnert sich der 29-Jährige. Die Kiwibeere Super Jumbo ist länger und dünner als die polnische Sorte Rogow, deren Kiwibeeren eher rund und herzförmig sind. Der Landwirt erzählt: „Die vierte Sorte, Issai, ist eine selbstbefruchtende Sorte, die ich heute jedoch nicht mehr kaufen würde, weil die Pflanzen zu wenig Früchte tragen. Aber 2018 war die Sortenauswahl auch noch nicht so groß wie heute.“ Hin und wieder bleibt Oliver Michlits stehen und entfernt ein paar überschüssige Triebe, an denen keine Blüten zu sehen sind.
Was dieser Artikel noch bereithält:
- Ausrichtung der Plantage
- Ernte der Früchte
- Spätfröste sind problematisch
- Bewässern und düngen
- Pflege und Schädlinge
- Kurzes Erntefenster
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