Ab dem 1. Juli 2026 wird in Österreich ein verpflichtender Sachkundenachweis für künftige Hundehalter eingeführt. Der Österreichische Bauernbund fordert, dass das richtige Verhalten auf Almen und im Umgang mit Weidetieren verpflichtend Teil der Ausbildung wird. Denn immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen zwischen Wanderern mit Hunden und Weidevieh. „Unsere Almen sind kein Streichelzoo, sondern Lebens- und Wirtschaftsraum für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Wer mit einem Hund unterwegs ist, muss wissen, wie sich Weidetiere verhalten und wie man sich selbst richtig verhält. Der Sachkundenachweis bietet die Chance, hier von Anfang an Bewusstsein zu schaffen“, betont Bauernbund-Präsident Georg Strasser.
Konfrontationen mit Weidevieh
Der Sachkundenachweis sieht künftig vier Theorie- und zwei Praxiseinheiten vor. Der Bauernbund fordert gemeinsam mit Vertretern aus den Almbundesländern, dass das Verhalten auf der Alm dabei verpflichtender Bestandteil wird. Konkret sollen Inhalte zu Leinenpflicht, Tierverhalten, gesetzlicher Haftung und Notfallmaßnahmen fix in die Ausbildung integriert werden. Als Stimme aus einem Almbundesland bringt sich auch der Kärntner Bauernbund Landesobmann Siegfried Huber ein: „Wer mit seinem Hund auf die Alm geht, betritt keinen Freizeitpark, sondern eine bewirtschaftete Kulturlandschaft. Unsere Bauernfamilien tragen die Verantwortung für das Vieh und sie erwarten zurecht, dass Touristen und Hundehalter durch entsprechende Rücksichtnahme ihren Teil dazu beitragen.“
Gerade im Sommer kommt es immer wieder zu Konfrontationen mit Weidevieh. Häufig passiert das, weil Hundebesitzer die Gefahrenlage falsch einschätzen. „Unsere Bauern übernehmen Verantwortung für ihre Tiere. Diese Verantwortung erwarten wir auch von allen, die mit Hund in der Natur unterwegs sind“, so Strasser. Der Bauernbund sieht die aktuellen Vorbereitungen zum Sachkundenachweis als richtigen Zeitpunkt, um diese praxisrelevanten Inhalte zu verankern.
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