Das ganze Jahr über sind die niederösterreichischen Jäger in den Revieren im Einsatz und setzen Maßnahmen, um die Lebensräume attraktiver zu gestalten. So gelingt es, das Niederwild im Hochsommer im Kampf gegen die Hitze zu unterstützen. Die Jäger schaffen Feuchtbiotope, Teiche und Wasserstellen, setzen Bäume und Sträucher oder säen Wildäcker, Brachflächen und Blühstreifen. Zudem befüllen und reinigen sie Futterkübel und Wasserstellen, die Hase, Rebhuhn und Fasan lebensnotwendige Äsung und Flüssigkeit bieten. Um energiezehrende Fluchten zu vermeiden, sensibilisieren sie außerdem andere Menschen für wildgerechtes Verhalten, etwa den Hund anzuleinen, auf markierten Wegen zu bleiben und sich Tieren nicht zu nähern.
Gemeinsam mit Landwirten pflanzen die Jäger ganzjährig Randstreifen, Hecken, Sträucher, Gebüsch, Bäume, Blüh- und Brachflächen sowie Zwischenfrüchte. Dadurch findet das Niederwild Einstandsflächen und Äsung vor, zudem werden die Nahrungs- und Deckungsverluste in der Erntezeit kompensiert. 2024 wurden in Niederösterreich insgesamt 17.945 Bäume und Sträucher gepflanzt und damit 21,77 ha neuer Lebensraum geschaffen.
Bienen: Blühwiesen als Rückzugsfläche
Unter dem Motto „Jäger geben Bienen eine Heimat“ hat der NÖ Jagdverband in diesem Jahr 3.200 kg Saatgut an Jäger verteilt. Sie schaffen damit wichtigen Lebensraum für unterschiedliche Tierarten und Futterflächen für Bestäuber wie etwa Honig- und Wildbienen. Der NÖ Jagdverband gibt das Saatgut im Rahmen der Initiative „Wir für Bienen“ des Landes Niederösterreich und der Landwirtschaftskammer Niederösterreich aus. Als Teil des Projekts werden auch Tafeln aufgestellt, die in den Blühflächen zur Information der Passanten aufgestellt werden. Sie sollen aufzeigen, dass jeder einen Beitrag zu einer hohen Artenvielfalt leisten kann.
Rebhuhn in Niederösterreich
Ein weiteres Projekt der niederösterreichischen Jäger: Nach 2015 wurde im Jahr 2024 zum zweiten Mal eine Erhebung zum Verbreitungsgebiet und der Reproduktion des Rebhuhns in Niederösterreich durchgeführt. 1.080 Jagdausübungsberechtigte nahmen teil. Das Ergebnis zeigt den hohen Nutzen der Jagd, denn seit der Erhebung 2015 entwickeln sich die Bestände deutlich positiv: Die Gesamtzahl der Rebhühner stieg um 55 %, die Kükenanzahl um 57 % sowie die maximale Brutpaarzahl um 47 %. Errechnet wurden dabei 80.000 Rebhühner, wovon nicht einmal 1.000 Stück erlegt werden – das zeigt, dass die Bejagung nachhaltig ist.
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