BioBio-SchweinGruppensäugen und Bodenfütterung für gesunde Schweine

Gruppensäugen und Bodenfütterung für gesunde Schweine

Erschienen in: LANDWIRT bio 06/2024

Michael Mader aus Neuhofen an der Ybbs (Niederösterreich) ist Bio-Ferkelerzeuger und -Mäster.
Quelle: Engler

Drei Jahre lang kämpfte Michael Mader aus Neuhofen an der Ybbs (Niederösterreich, Bezirk Amstetten) mit Absetzdurchfall bei seinen Ferkeln. „Die größte Herausforderung in der Bio-Schweinehaltung ist die Tiergesundheit. Darum musste ich mir überlegen, wie ich das Problem in den Griff bekommen kann“, erinnert sich der 28-Jährige. Zu diesem Zweck begann Mader, der seit neun Jahren den elterlichen Hof führt, sich intensiv mit den Urinstinkten von Schweinen auseinanderzusetzen. In Anlehnung an das Verhalten von Wildschweinen – diese kehren zwei Wochen nach dem Wurf in die Rotte zurück – führte der Landwirt das Gruppensäugen ein. Und er fing an, an seinem ganz eigenen Fütterungssystem – einer Bodenfütterung – zu tüfteln. Mit Erfolg, wie es scheint: Seit über einem Jahr hat der Betriebsleiter seiner Aussage nach „keine Probleme mehr mit Durchfall rund ums Absetzen“.

Betriebsspiegel
Quelle: LANDWIRT bio

Fruchtbare Sauen

Der Junglandwirt hat 48 Zuchtsauen. Alle tragenden Sauen werden in einer Gruppe gehalten. Dass alle Sauen aneinander gewöhnt sind, ist laut Michael Mader wichtig für das spätere Gruppensäugen. Alle drei Wochen ferkeln sechs Sauen ab. Der Schweinehalter ist von seiner sechswöchigen Säugezeit überzeugt: „Würde ich die Sauen sieben Wochen bei den Ferkeln lassen, hätte ich viel mehr Umrauscher.“ Seiner Angabe nach liegt die Umrauscherquote am Betrieb bei einem Prozent. Vier Tage nach dem Absetzen werden die Sauen wieder besamt. Der hofeigene Eber dient zur Stimulation der Sauen. Tipp des Praktikers: „Der Eber darf nicht zu viel Kontakt zu den Sauen haben, sonst wird er für sie schnell uninteressant und die Sauen rauschen schwächer.“

Wartestall am Betrieb Mader
Quelle: Engler

Artgerecht füttern

Ein Schlüsselfaktor gegen Ferkeldurchfall liegt darin, die wachsenden Ferkel möglichst früh an festes Futter zu gewöhnen. Schweine fressen am liebsten gemeinsam und vom Boden. Daher hat sich Michael Mader überlegt, die Art der Futtervorlage an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen. So bastelte er sich ein individuelles System für die Bodenfütterung von Ferkeln und Mastschweinen: Die Futterspender am Betrieb bestehen aus drei bis fünf Meter langen Holzplatten, die in etwa fingerbreitem Abstand an die Buchtenwände geschraubt sind.

Was der Artikel noch bereithält:

  • Besonders tiergerecht: Schweine am Boden füttern
  • Bodenfütterung für Sauen, Ferkel und Mastschweine
  • Automatisierte Fütterung bringt entscheidende Vorteile für Mensch und Tier

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