LandtechnikTraktorenFendtFendt 516 Vario Gen4 – neues Herz, neue Kraft

Fendt 516 Vario Gen4 – neues Herz, neue Kraft

Erschienen in: LANDWIRT 18/2025

DerFendt 516 Vario Gen4 im LANDWIRT-Fahrbericht.
Quelle: Paar

Von der 500er Baureihe hat Fendt nach eigenen Angaben in 13 Jahren rund 25.000 Stück verkauft. Nun kommt die 4. Generation auf den Markt. Aus Marktoberdorf heißt es gar: „Da ist kein Stein auf dem anderen geblieben.“

So ist der gesamte Antriebsstrang neu: Unter der abfallenden Motorhaube mit integrierten Tagfahrlichtern dieselt nun ein AGCO Power-Aggregat statt des bisherigen Deutz-Motors. Erstmals kommt in dieser Klasse auch das einstufige VarioDrive-Getriebe mit dem permanenten, unabhängigen Allradantrieb zum Einsatz. Das TA120-Getriebe ersetzt das bisherige ML90.
Während die Abmessungen des neuen 500er mit dem Vorgänger nahezu identisch sind, hat sich bei den Gewichten viel getan. Das zulässige Gesamtgewicht reiht sich mit 11,75 t in der Mitte zwischen der 300er und der 600er Baureihe ein. Laut Fendt soll die neue Generation schwerlasttauglich sein. So darf man rund 4,9 t zuladen – das sind 1,25 t mehr als bisher. Damit ist man auch mit schweren Front/Heck-Gerätekombinationen auf der Straße legal unterwegs. Die Achslasten hat Fendt gegenüber der 3. Generation um rund eine Tonne erhöht: hinten sind es 9,6 t, vorne 5,0 t.

Vierzylinder AGCO Power-Motor mit fünf Liter Hubraum und saugendem Viskolüfter.
Quelle: Paar

Modellverschiebung

Der 4-Zylinder AGCO-Power-Motor Core50 im neuen 500er hat fünf Liter Hubraum und damit ein Liter mehr als der bisherige Deutz-Motor. Er verfügt zudem über das intelligente Mehrleistungskonzept DynamicPerformance (DP) von Fendt. Wird mehr Leistung benötigt, gibt das System bis zu 10 PS zusätzlich frei. Der Motor basiert auf einem Niedrigdrehzahlkonzept mit nur 1.900 U/min Nenndrehzahl und einem hohen Drehmoment. Beim von uns gefahrenen Topmodell 516 Vario sind es 792 Nm – fast 100 Nm mehr als beim Vorgänger.

Das Kühlkonzept mit dem saugenden Viskolüfter stammt aus der 600er Serie. Optional gibt es den Hägele-Umkehrlüfter. Diesel- und AdBlue-Tank fassen 290 bzw. 35 Liter.
In der 500er Serie gibt es weiterhin vier Modelle. Diese sind gegenüber der letzten Generation aber in der Leistung nach oben verschoben und decken einen Leistungsbereich von 134 bis 164 PS nach ECE R120 ab. Den bisher kleinsten Bruder in der Reihe, den 512 Vario, wird es nicht mehr geben. Neu ist stattdessen das Modell 515 Vario, welches leistungsmäßig dem alten 516er entspricht.

TA120 VarioDrive-Getriebe mit 4-fach Zapfwelle.
Quelle: Paar

Keine Verspannungen

Das einstufige Variogetriebe TA120 erfordert kein manuelles Umschalten der Fahrstufen beim Wechsel zwischen Feld und Straße. Dadurch sind Fehlbedienungen nahezu ausgeschlossen. Weitere Vorteile für die neuen 500er:
• permanenter Allradantrieb,
• keine Verspannungen im Antriebstrang auch bei Kurvenfahrt,
• weniger Verschleiß,
• bodenschonende Traktion.
Fendt gibt den Wendekreis des neuen 516 Vario um 60 cm geringer als beim Vorgänger an. Der sogenannten pull-in-turn Effekt macht das möglich. Dabei zieht die unabhängig angetriebene Vorderachse den Traktor aktiv in die Kurve – und das ganz ohne Verspannung.

Die niedrige Drehzahl des Motors ermöglicht in Kombination mit dem VarioDrive-Getriebe eine spritsparende und ruhige Fahrt auf der Straße: Die 40 km/h erreicht der 500er bei 1.300 Motorumdrehungen, die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erfordern 1.600 U/min.

Automatische Parkbremse und Fahrsicherheitspaket.
Quelle: Paar

Für eine höhere Bremssicherheit gibt es den 516 optional mit einer verschleißfreien, hydraulischen Zusatzbremse, einem Anhänger-Bremsassistenten (TBA) und einer automatischen Parkbremse.
Mit dem neuen VarioDrive-Getriebe endet die Geschichte der 3-fach Zapfwelle beim 500er. Der 516 Vario Gen4 verfügt über vier Zapfwellendrehzahlen: 540, 540E, 1000 und 1000E. Damit passt er sich allen Anbaugeräten optimal an und spart Sprit. Fendt hat berechnet: Durch den Einsatz der Sparzapfwellen im Teillastbereich, z.B. beim Dünger streuen, Gras wenden oder Pflanzenschutz ausbringen, sind bis zu 7 % weniger Kraftstoff nötig.

Erhöhte Parkposition der Unterlenker für mehr Freiraum.
Quelle: Paar

Neues Heck

Bei der neuen 500er-Serie fallen sofort die Klappen für die Parkposition der Unterlenker auf, die bei der 500er Serie erstmals verfügbar ist. Mit wenigen Handgriffen lassen sich die beiden Hubstreben höher positionieren. Dadurch ergibt sich für gezogene Geräte bei angehobenem Hubwerk mehr Bewegungsfreiraum. Kollisionen mit der Gelenkwelle gehören damit der Vergangenheit an.
In Bezug auf die Schwerlasttauglichkeit hat Fendt auch die Stützlasten im Anhängebock erhöht: Im höhenverstellbaren Schlitten sind bis zu 3 t, mit der unten fix angeschraubten K80-Kugel sogar 4 t möglich. Zudem gibt es zwei statt bisher ein Lufttrockner.

Die Hubkräfte sind gegenüber der Generation 3 nahezu gleichgeblieben. Allerdings bietet der neue 500er deutlich mehr Hydraulikleistung. Zwei Pumpen mit 110 l oder 152 l Förderleistung stehen zur Wahl. Der mittig angeordnete Ventilblock für den Frontlader funktioniert jetzt unabhängig von den Hecksteuergeräten.
Im Heck lassen sich maximal fünf doppeltwirkende Ventile verbauen, in der Mitte je nach Frontlader-Variante zwei oder drei. Insgesamt sind in der Ausstattungsvariante Profi+ maximal neun Steuergeräte möglich. Damit bleiben für die Fronthydra

Neues Heck mit bis zu fünf doppelwirkenden, unabhängig verwendbaren Hydraulikventilen.
Quelle: Paar

ulik bis zu zwei Steuergeräte übrig.

Zwei neue Frontlader

Für die Baureihe bieten die Marktoberdorfer auch eine neue Generation an Cargo-Frontladern an: 4.75 oder 4.80 mit Standard-Schwinge oder in der Profi-Ausführung. Letztere verfügen über eine Wiegefunktion, sowie praktischen Memo- und Automatikfunktionen.
Je nach Ausstattungsvariante belegt der Multikuppler zwei oder drei mittig angeordnete Ventile. Bedienen lässt er sich komfortabel mit dem 3L-Joystick.
Gerade beim Frontladereinsatz spürt man die Vorteile des neuen VarioDrive-Getriebes. Die höhere Vorderachslast sollte sich zudem positiv auf die Lebensdauer der Maschine auswirken.

Kabinenoptionen

Die bekannte VisioPlus-Kabine gibt es mit oder ohne rechte Tür, mit mechanischer oder pneumatischer Federung sowie mit durchgehender oder ausstellbaren Frontscheibe. Optional verbaut Fendt auch eine Scheibe aus Verbundsicherheitsglas (VSG). Das soll den Lärm noch mehr reduzieren und für mehr Sicherheit sorgen. Diese ist zudem beheizbar. Für Pflanzenschutzarbeiten gibt es einen Kabinenluftfilter der Schutzklasse 4.

Am Bedienkonzept selbst hat der Hersteller nichts verändert. Der 500 Vario ist serienmäßig mit FendtONE ausgestattet. Er verfügt über alle smarten Optionen der Fendt Großtraktoren. Dazu zählen z.B. die integrierte Reifendruckregelanlage, sowie Kameras für Haube und Heck.
Ein praktisches Detail ist die optionale Deichselbeleuchtung namens „GroundVision“. LED-Leuchten am unteren Ende der Heck-Kotflügel leuchten den Bereich direkt vor dem Anbaugerät sowie dessen Front aus. Das erleichtert bei Dunkelheit die Arbeit auf dem Feld sowie das An- und Abkuppeln.

Optionale Reifendruckregelanlage VarioGrip.
Quelle: Paar

Fendt hat die 500er Baureihe durch zahlreiche Neuerungen und einen Techniktransfer von den größeren Brüdern aufgewertet. Sie ist in vielen Punkten stärker geworden und trotzdem kompakt geblieben – vielseitig einsetzbare Arbeitstiere, die auch hohe Lasten tragen können und dürfen. Den Fendt 500 Vario kann man ab September 2025 bestellen, erste Maschinen werden dann ab Frühjahr 2026 ausgeliefert. Eine offizielle Preisliste wird es zur Agritechnica geben.

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