PferdeEuropäische Nutztierwissenschaft trifft sich in Innsbruck

Europäische Nutztierwissenschaft trifft sich in Innsbruck

Von 25.-29. August 2025 tagt dre EAAP-Kongress in Innsbruck.
Quelle: BMEL

Mit über 1.200 wissenschaftlichen Beiträgen ist der Kongress die wichtigste europäische Plattform für Tierhaltung, Tiergesundheit und nachhaltige Agrarsysteme – 2025 unter dem Motto „Future-Proof Livestock Farming“. Für Österreich ist es eine besondere Ehre: Nur alle 30 Jahre findet dieser Branchentreff hierzulande statt, zuletzt 1997 in Wien. Gastgeberin ist die Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) gemeinsam mit dem BMLUK.

Im Fokus steht die österreichische Landwirtschaft mit ihren Stärken: hohe Standards im Tierwohl, gelebte Kreislaufwirtschaft, regionale Futtergrundlagen und ein starkes Beratungssystem. Zahlreiche Forschungsprojekte – von Methanreduktion über Digitalisierung bis hin zu Klimaanpassung – zeigen, wie Wissenschaft und Praxis Hand in Hand arbeiten. Bundesminister Norbert Totschnig, NTÖ-Obmann Markus Lukas, VetMed-Rektor Matthias Gauly und Bäuerin Sonja Wildauer präsentieren Österreichs Vorreiterrolle – von der Forschung bis zur praktischen Umsetzung.

Tierhaltung in Österreich – Zahlen, Daten, Fakten

Die Tierhaltung ist ein tragender Pfeiler der heimischen Landwirtschaft: Mit rund 4,7 Milliarden Euro Produktionswert macht sie etwa 5,7 % der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfung aus. Auf rund 51.000 rinderhaltenden Betrieben, 17.700 Schweinehaltungen, 16.300 Schafhaltungen, 10.000 Ziegen- und 13.700 Pferdehaltungen wird eine beeindruckende Vielfalt an Tierarten betreut. Insgesamt werden etwa 1,8 Millionen Rinder, 2,5 Millionen Schweine, 100 Millionen Masthühner, 390.000 Schafe, 97.000 Ziegen und 80.000 Pferde gehalten.

Ein besonderes Merkmal der österreichischen Tierhaltung ist ihr kleinstrukturierter, familiärer Charakter: Mit durchschnittlich 34 Rindern pro Betrieb, 112 Schweinen, 33 Schafen oder 12 Ziegen liegt Österreich klar unter dem EU-Durchschnitt – und gleichzeitig an der Spitze bei der biologischen Tierhaltung. Rund 24 % der tierhaltenden Betriebe wirtschaften nach Bio-Kriterien – bei Mutterkühen sind es sogar 43 %, bei Masthühnern 20 % – ein EU-weiter Spitzenwert.

Auch die Almwirtschaft spielt eine tragende Rolle: Über 23.000 Betriebe treiben jährlich ihre Tiere auf rund 8.000 Almen, mit einer Gesamtfläche von über 320.000 Hektar, auf denen 260.000 Großvieheinheiten (GVE) weiden. Das stärkt nicht nur die Biodiversität und Kulturlandschaft, sondern auch die regionale Identität.

Im EU-Vergleich weist Österreich zudem die jüngste Altersstruktur in der Landwirtschaft auf – ein klares Zeichen für Innovationskraft und Generationennachfolge. Über 60 % der Gelder der 2. GAP-Säule fließen in Tierwohl- und Umweltmaßnahmen. Gleichzeitig wird die Branche mit gezielten Investitionen in Bildung, Beratung und Forschung zukunftsfit gemacht: Mit 90 Millionen Euro für agrarbezogene Forschung, 50 Millionen Euro für Wissenstransfer sowie jährlich 8,5 Millionen Euro für landwirtschaftliche Beratung wird das Know-how kontinuierlich weiterentwickelt.

Österreichs Tierhaltung verbindet damit ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Akzeptanz – eine Kombination, die europaweit beispielgebend ist.

 

Quelle: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

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