Nur das große Tor an der Giebelseite und der breite Mittelgang anstelle des ehemaligen Futtertisches erinnern noch an den Rinderstall von Familie Kellhuber im niederbayerischen Mitterskirchen. Statt der Fressgitter unterteilen links und rechts des Ganges weiße Panelwände das Gebäude in kleinere Räume.
Der Boden ist planbetoniert, an der abgehängten Decke laufen isolierte Wasserleitungen. „Und das ist nur ein Bruchteil der Kühltechnik. Das meiste ist oberhalb der Decke verbaut“, erklärt Maritta Kellhuber, während sie auf eines von vier Displays an der Wand blickt.
„14,8 °C, 93 % Luftfeuchtigkeit – der perfekte Herbst“, sagt sie strahlend und öffnet den Bügelverschluss einer Kühlzelle. Im Inneren versprüht ein Aggregat feinen Nebel. Jeder Schwammerlsucher wähnt sich spätestens jetzt im Paradies: Pilze, soweit das Auge reicht, vom Boden bis zur Decke.
„Im Schnitt ernten wir jede Woche 500 kg“, sagt Maritta Kellhuber sichtlich stolz. „Nur eine Woche im Jahr machen wir Pause.“ Die Pilze wachsen aus weißen Substratblöcken, jeder 3,8 kg schwer. Auf rollbaren, fünf-lagigen Metallwägen finden je 30 Blöcke Platz. „Kräuterseitlinge brauchen kaum Platz und nur wenig Wasser“, zählt die Bio-Landwirtin die Vorteile auf.


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