BioBio-Bauern„Die MKS hat wieder an Respekt gewonnen“

„Die MKS hat wieder an Respekt gewonnen“

Erschienen in: LANDWIRT bio 04/2025

Rinder auf der Weide im Burgenland
Ihre Rinder heute auf der Weide zu sehen, daran hatten die Landwirte teilweise nicht mehr geglaubt.
Quelle: Steve Haider

Dass sie ihre Rinder dieses Jahr noch auf der Weide sehen würden, war für Mario und Christina Fleischhacker einige Wochen ungewiss. Die burgenländische Familie aus Illmitz, nahe des Neusiedler Sees, hält 90 Bio-Mutterkühe inklusive Nachzucht und vermarktet das Rindfleisch selbst. Als am 6. März 2025 der erste Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Ungarn seit 1973 bestätigt wurde, dauerte es nicht lange, bis die Landwirte davon erfuhren.

„Ich wusste nicht, ob das alles nur ein schlechter Traum ist.“ – Mario Fleischhacker

Nur knappe 90 km trennen den Betrieb vom ersten Ausbruchsort. Levél, ein weiterer Ort eines Ausbruchs ist sogar nur 48 km und Rábapordány 57 km entfernt. „Jeden Morgen beim Aufwachen wusste ich zuerst nicht, ob das alles nur ein schlechter Traum war oder ob es die Realität ist“, beschreibt Mario Fleischhacker seine Gedanken. „Wir fühlten uns wie blinde Passagiere, weil wir nichts mehr in der Hand hatten. Es schwingen ja nicht nur Existenzängste, sondern auch Gedanken mit: ‚Wie geht es jetzt weiter? Was machen wir, wenn die MKS bei uns ausbricht? Können wir unsere Rinder behalten?‘ Wir wussten, dass wir mit den Rindern weitermachen möchten“, erinnert sich der Bio-Bauer an die ersten Stunden nach Bekanntwerden der Fälle.

Betrieb sofort abgesperrt

Rund um das Stallgebäude trafen die Fleischhackers sofort Maßnahmen. „Wir haben unseren Hof für Besucher und Fremdarbeiter gesperrt. Uns war wichtig, dass so wenig Leute wie möglich den Betrieb betreten. Selbst wir sind so selten wie möglich zum Betrieb gefahren, da dieser am Ortsrand und nicht direkt bei unserem Wohnhaus liegt“, erklärt der Landwirt. Zufahrten wurden abgesperrt, Schilder mit dem Schriftzug „Betreten verboten“ aufgestellt und Protokoll geführt, wer den Stall wann betritt. „Wir haben Seuchenteppiche vor der Hofeinfahrt platziert, die möchten wir auch zukünftig beibehalten. Außerdem dokumentieren wir weiterhin genau, wer wann den Stall betritt und schauen, ob sich Fremdarbeitskräfte zuvor im Ausland aufgehalten haben“, fasst Mario Fleischhacker zusammen.

MKS Warnschild
Familie Fleischhacker hat ihren Betrieb direkt nach Bekanntwerden der MKS in Ungarn abgeriegelt.
Quelle: shutterstock.com/Heiko Kueverling

Der geplante Weideaustrieb am 1. Mai 2025 fiel ins Wasser. „Um das Risikopotenzial gering zu halten, haben wir alles desinfiziert und aufgepasst, wo wir zuvor mit dem Auto hingefahren sind. Öfters sind wir aus der Ferne am Stall vorbeigefahren, um zu schauen, ob sich fremde Personen dort aufhalten. Die Situation erinnerte an Corona – jeder hatte Angst irgendwo hinzugehen und etwas einzuschleppen“, so der Bio-Bauer.

Was dieser Beitrag noch bereithält:

  • Rinder, die ins Burgenland passen
  • Blauzunge nicht vergessen
  • Versicherung fürs Gewissen
  • Wertvoller Rückhalt von Kunden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00