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Deutsche Molkereien: Konzentration nimmt weiter zu

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Die Milcherfassung durch Sammelstellen und Molkereiunternehmen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren weiter konzentriert.
Quelle: Archiv

Die Milcherfassung durch Sammelstellen und Molkereiunternehmen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren weiter konzentriert, wobei sich die Geschwindigkeit des Strukturwandels jedoch verlangsamt hat. Das geht aus Mitte November veröffentlichten Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hervor.

Langsamere Konzentration

Milchbauern aus dem In- und Ausland lieferten 2024 in Deutschland an 107 aufnehmende Molkereiunternehmen und 59 Sammelstellen. Gegenüber 2021, dem Jahr der letzten Erhebung, sank die Anzahl der Molkereien um drei und die der Sammelstellen um eine. Der Rückgang von 2018 zu 2021 war noch deutlich stärker gewesen: Damals verringerte sich die Anzahl der aufnehmenden Molkereiunternehmen um fünf und die der Sammelstellen um 24. Insgesamt lieferten 2024 die landwirtschaftlichen Erzeuger 32,2 Millionen Tonnen Rohmilch an die Molkereiunternehmen und Sammelstellen. Die durchschnittliche Milchaufnahme stieg im Vergleich zu 2021 um 4,8% auf 181.700 Tonnen.

In Bezug auf die Produktion setzte sich der Trend weg von Konsummilch und hin zu anderen Frischmilcherzeugnissen fort. 2024 stellten im Vergleich zu 2021 acht Molkereien weniger rund vier Millionen Tonnen Konsummilch her – ein Rückgang um 393.000 Tonnen. Hingegen produzierten 31 Unternehmen, und damit fünf mehr als zuvor, rund 147.000 Tonnen zusätzlich an anderen Frischmilcherzeugnissen. Dazu zählen Erzeugnisse aus Sahne, Buttermilch, Sauermilch, Kefir, Joghurt sowie Milchmischerzeugnisse und -getränke wie Kakao oder Eiskaffee. Diese Produktionsverschiebungen spiegeln laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) das Konsumentenverhalten wider. Der Nachfragerückgang bei Konsummilch wird von der BLE als möglicher Grund für Werksschließungen gesehen.

Weniger Produzenten von Käse und Butter

Die Zahl der Unternehmen, die Käse herstellen, ist laut BZL 2024 um acht gesunken. Die Produktionsmenge stieg dennoch um 85.000 Tonnen auf 2,5 Millionen Tonnen. Auch bei Butterherstellern gab es Veränderungen: Ihre Anzahl ging im Vergleich zu 2021 um fünf zurück. Während elf kleinere Unternehmen mit Produktionsmengen unterhalb von 10.000 Tonnen weniger tätig waren, erhöhte sich die Zahl der größeren Unternehmen mit mehr als 10.000 Tonnen Produktionsmenge um sechs. Die Butterproduktion stieg innerhalb von drei Jahren um rund 10.000 Tonnen.

Trockenmilcherzeugnisse stellten 2024 insgesamt 37 Unternehmen her, eines weniger als 2021. Die Produktionsmenge blieb nahezu konstant, wobei die zehn größten Trockenwerke mehr als 76% des gesamten Milchpulvers erzeugten. AgE

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