ForstDer Weg zur Submission

Der Weg zur Submission

Erschienen in: LANDWIRT 19/2025

Martin Riedl (links) und Martin Tempelmayr (rechts) bei der Wertholzbesichtigung im Wald.
Quelle: Jäger

Hochkonzentriert streicht Martin Tempelmayr mit seinen Fingern über die grobgefurchte Rinde einer Eiche. Weder durch den Verkehrslärm der Pyhrnautobahn, noch durch den drohenden Regen lässt er sich stören. Sein Blick wandert den Stamm entlang in Richtung Krone, mit dem Ende seiner Kluppe deutet er auf eine Stelle, an der sich die Borke kreisförmig aufwölbt, und erklärt: „An der Eiche nennt man diese Astnarben Rosen. Bei der Buche wäre das ein Chinesenbart. Sie mindern den Wert auf der Submission, sind aber kein Ausschlusskriterium.“ Er legt die Kluppe in Brusthöhe an den Stamm, misst, setzt die Kluppe an einer anderen Stelle an, misst erneut. Sein Resümee: „70 Zentimeter Durchmesser ohne Rinde.“

Mehr Wertschöpfung aus dem Wald

Der Oberösterreicher ist an diesem Tag in seinem Heimatort Voitsdorf in Sachen Wertholz unterwegs. In der Region ist der Wald kleinstrukturiert, der größte Waldbesitz in der Gemeinde umfasst 5 ha. „Hier lebt niemand von der Forstwirtschaft, aber sie ist ein gutes Zubrot“, stellt Tempelmayr klar. Das ist mitunter auch sein Verdienst. Als einer von 138 freiberuflich agierenden Waldhelfern des Waldverbandes Oberösterreich berät der Landwirt Waldbesitzer im Bezirk und verhilft ihnen zu mehr Wertschöpfung. Die Idee zu dem gemeinnützigen Verein entstand 1964. Seitdem unterstützen forstkundige Bauern ihre Berufskollegen. Heute zählt der Waldverband Oberösterreich über 30.000 Mitglieder, die im Schnitt rund 4,6 ha Wald bewirtschaften. Jährlich vermarkten sie über den Verband etwa 950.000 fm Holz. Martin Tempelmayr ist an diesem Tag zusammen mit dem Wertholzexperten Martin Riedl im Wald. Der festangestellte Mitarbeiter des Waldverbandes organisiert seit 2009 die Laubholzsubmission in Oberösterreich. Auch er streicht über die graubraune Rinde der Eiche und ergänzt: „Die Borke wird mit dem Alter grober. Dieses Exemplar dürfte rund 120 Jahre alt sein und ist ein potenzieller Kandidat für die Submission.“ Diese findet jedes Jahr in der vierten Kalenderwoche in St. Florian bei Linz statt – 2026 bereits in der 23. Auflage. Riedl erklärt: „Durch die Laubholzversteigerung schaffen wir bei den Waldbesitzern mehr Akzeptanz für Laubholz und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer fachgerechten Laubholzpflege. Denn der Trend geht eindeutig in Richtung klimafitter Mischwald.“ Reine Fichtenwälder sind in Oberösterreich, das zu fast 42 % mit Wald bedeckt ist, ohnehin selten. Dennoch bietet der Waldverband gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Oberösterreich seit einigen Jahren auch eine Wertholzsubmission für Nadelholz an.

Was der Artikel noch bereithält:

  • Welche Bäume eignen sich für eine Wertholzversteigerung?
  • Was ist eine Wertholzsubmission?
  • Was ist wichtig bei der Ernte und dem Transport von Wertholz
  • Welche Preise sind möglich?
  • Mehr Bilder
  • u.v.m.

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