Derzeit schwappt eine Welle an Infektionen mit BTV-8 über Kärnten. Auch in der Steiermark traten bereits Fälle auf. In den nächsten zwei, drei Wochen wird laut Experten der Höhepunkt der Infektionen zu verzeichnen sein. Aufgrund der zu erwartenden Wetteränderungen im Oktober und den tieferen Temperaturen sowie einem Rückgang der Insektenzahlen werden die Infektionen erfahrungsgemäß zurückgehen.

Kranke Tiere schonen
Zu erkennen sind kranke Rinder an krustigen Ablagerungen am Flotzmaul, roten Augen oder gesenkten Ohren. Viele Tiere haben auch Fieber und sind stark beeinträchtigt.
Kranke Tiere sollten deshalb geschont werden. Fiebersenkende und schmerzlindernde Behandlungen sollten vom Tierarzt durchgeführt werden. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere nicht austrocknen. „Die Chance, dass Tiere, die mit mit BTV-8 infiziert sind, wieder genesen ist groß. „Bereits nach 5 bis 6 Tagen können sich erkrankte Rinder wieder erholen“, weiß Dr. Holger Remer vom Amt der Kärntner Landesregierung.
Stellt ein Tierarzt auf einem Betrieb eine Erkrankung fest, ist es nicht zwingend notwendig, eine labordiagnostische Untersuchung durchzuführen. Jedoch ist die Krankheit bei der Bezirkshauptmannschaft oder der Veterinärdirektion meldepflichtig. Eine Sperre des Betriebes oder von Einzeltieren ist nicht erforderlich. Trotzdem darf ein erkranktes Tier und dessen Produkte 60 Tage lang nicht in den Verkehr gebracht werden.
Repellentien einsetzen
Obwohl eine generelle Impfempfehlung vorliegt, rät Dr. Remer derzeit von einer Impfung ab. „Die Inkubationszeit beträgt zwischen 4 und 8 Tagen. Würde man in dieser Zeit impfen, würde man in die Erkrankung impfen und das könnte zu massiven Schäden im Bestand führen“ weiß der Fachmann. Stattdessen ist es sinnvoll, die Tiere mit Repellentien wie etwa Spotinor oder Butox, zu behandeln. Diese Produkte sind beim Tierarzt erhältlich und wirken vier Wochen. Da das Infektionsgeschehen in höheren Lagen geringer ist, macht es Sinn, die Tiere, wenn möglich länger auf Almen zu behalten. Von Tierschauen sollte abgesehen werden.
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