BioAcker und GrünlandBiodiversitätsbotschafterin: Roswitha Marold im Interview

Biodiversitätsbotschafterin: Roswitha Marold im Interview

Erschienen in: LANDWIRT bio 05/2025

Roswitha Marold betreibt einen Milchviehbetrieb in Aigen im Ennstal. 2025 wurde sie zur Biodiversitätsbotschafterin gekürt.
Quelle: Honetz

LANDWIRT: Frau Marold, Sie sind eine der fünf Biodiversitätsbotschafterinnen 2025. Wie kam es dazu?

Roswitha MAROLD: Ich wurde von mehreren Leuten nominiert und habe einen Anruf erhalten, ob ich mir eine Teilnahme vorstellen könnte. Dass ich dann unter den besten fünf Betrieben bin, hätte ich nicht gedacht. Farming for Nature, vergeben den Preis und legen den Fokus auf Betriebe, die Biodiversität freiwillig am Hof fördern. Das finde ich gut, ich glaube aber, dass es wichtig wäre, dass jeder Landwirt unabhängig von der Betriebsgröße Biodiversität fördert.

Info

„Farming for Nature – Österreich“ prämiert ausgewählte Landwirte als „Botschafter für Biodiversität“. Die Botschafter setzen sich am eigenen Betrieb – und darüber hinaus – aktiv für die Natur ein. Mit innovativen Ansätzen bereiten sie den Weg für eine nachhaltige Landwirtschaft.

Was sind Ihre Aufgaben als Biodiversitätsbotschafterin?

Ich bin vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Am 27. Juli 2025 fand bei mir am Hof ein Bauernhof-Spaziergang statt, den Farming for Nature organisierte. Bio-Bauern, interessierte Landwirte und externe Personen konnten sich Blühstreifen und Wasserrandstreifen anschauen und Fragen stellen. Bei Erde und Saat halte ich im November einen Vortrag. Sie bewirtschaften einen Milchviehbetrieb in der Steiermark.

Welche Biodiversitätsmaßnahmen haben Sie auf Ihrem Betrieb umgesetzt?

Auf unserem Betrieb haben wir die Kehrtwende von einem Holstein-Intensiv-Betrieb mit 12.000 Liter Stalldurchschnitt hin zu einem extensiven Bio-Betrieb mit 7.200 Liter Durchschnitt gemacht. Wir haben auf jeder Wiese Blühstreifen angelegt, Sträucher gepflanzt und versuchen alte Obstsorten wieder zu etablieren. Außerdem haben wir Gewässerrandstreifen und lassen Altholz für die Insekten liegen. Manche Wiesen werden nur ein- oder zweimal gemäht. Wir schauen, dass wir den Insekten immer Rückzugsräume anbieten, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Blühstreifen lassen sich überall integrieren. Mit Schildern wird den Besuchern der Nutzen erklärt.
Quelle: Honetz

Welchen Beitrag kann jeder Landwirt zu mehr Biodiversität leisten?

Jeder Bauer kann Blüh- oder Randstreifen anlegen oder zwischen den Äckern einen Streifen nicht mähen und im Wald Totholz liegen lassen. Es gibt zahlreiche einfach Möglichkeiten. Oft hören wir aus unserem Umfeld: „Das bringt doch nichts. Das schaut nicht sauber aus“ oder es kommt das Argument, dass die Wiese dann verschwendet wäre, weil in unserer Region mit sechs Schnitten teilweise intensiv bewirtschaftet wird. Wir nutzen unsere Biodiversitätsflächen im späteren Verlauf für das Heu der Pferde. Die einmal gemähten Wiesen oder Randstreifen kompostieren wir.

Lesen Sie weiters in diesem Interview:

  • Wie das Angebot „Schule am Bauernhof“ angenommen wird.
  • Welches Publikum den Bauernhof besucht.
  • Wie es dazu kam, dass Roswitha Marold zur Hofheldin wurde.
  • uvm.

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