Wie viele Anfragen bekommen Sie aktuell zum Einstieg in die Bio-Schweinehaltung?
Hans Ollmann: Pro Monat meldet sich grob gesagt ein interessierter Landwirt bei uns. Momentan bekommen wir wieder etwas mehr Anfragen für Erstberatungsgespräche. Wobei es für mich nach wie vor erstaunlich ist, dass kaum konventionelle Schweinehalter auf Bio umstellen wollen. 90 bis 95 Prozent der Interessenten sind Betriebe, die schon bio sind und auf einen anderen Wirtschaftszweig umsteigen möchten.
Aus welchen Betriebszweigen möchten Bio-Bauern aussteigen?
Hans Ollmann: In der letzten Zeit haben etliche Milchvieh- und Ziegenhalter aufgehört und auf Schweinehaltung umgestellt bzw. möchten sie einsteigen.
Laut dem Tierwohlbericht 2024 stagniert die Nachfrage nach Tierwohlfleisch inklusive Bio in Österreich. Es wurden sogar zwei Prozent weniger Bio-Schweine geschlachtet als noch in 2023.
Hans Ollmann: Grundsätzlich wundert mich daran, dass keiner der Berichtsverfasser nachgefragt hat, wie es uns Bio-Vermarktern eigentlich geht. Aber es stimmt, dass es im Vorjahr zwei Prozent weniger Bio-Schweine gab. Die Ursache dafür liegt eigentlich schon im Jahr 2022, als der Bio-Getreidepreis sehr hoch war. Damals haben sechs größere Bio-Mäster mit insgesamt 1.000 Mastplätzen gleichzeitig aufgehört. Dadurch hatten wir auf der Stelle viel zu viele Ferkel, die wir nur mit großer Mühe unterbringen konnten. Die Züchter, die ihre Mäster verloren hatten, haben in der Folge dann auch ihre Bestände reduziert. Bis sich das ausgewirkt hat, verging schon fast ein Jahr. Unser Grundproblem sind die langen Zyklen in der Bio-Produktion. Jetzt haben wir zu wenig Ferkel, aber die Stückzahlen steigen mittlerweile wieder.
Was der Artikel noch bereithält:
- Einsteiger in die Bio-Ferkelerzeugung gesucht
- So bekommen Mäster ihren Stall voll – trotz Ferkelknappheit
- Angebot und Nachfrage am Bio-Schweinemarkt

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