Es herbstelt und die Weidesaison neigt sich langsam dem Ende zu. Die Rinder, Schafe und Ziegen sind von den Almen auf den heimatlichen Betrieben zurück. Während Trockenheit und Wassermangel den Start des Almsommers prägten, brachte der Juli vielerorts die ersehnte Entspannung. Wir haben mit Fabian Höß, dem neuen Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu, gesprochen. Sein Fazit: Im Allgäu blicken die meisten Älpler trotz aller Widrigkeiten – Kälteeinbrüche und die wachsende Unsicherheit rund um den Wolf – auf eine gute Saison zurück.
Der Almabtrieb (im Allgäu und anderen Regionen freilich der Alpabtrieb) läutet aber nicht zwangsläufig auch das Ende der Weidesaison ein. Hierzu werfen wir den Blick ins Tal auf die Herbstweide, mit der sich auch der letzte Aufwuchs effizient nutzen und die Futterkosten senken lassen. Damit dies nicht zu Lasten der Grünlandbestände geht, braucht es ein angepasstes Management. Mit unseren Tipps in dieser LANDWIRT Ausgabe legen Sie den Grundstein für gesunde Wiesen im kommenden Frühjahr.
Und auch in der Politik ist die Weide selbst im Herbst noch ein Thema. Die Bio-Weidevorgaben der EU sorgen für viele Diskussionen: Während Brüssel durchaus flexibel wäre, haben Österreich und Deutschland den Spielraum eng ausgelegt – mit teuren Folgen für viele Betriebe. In Österreich ist der Schaden bereits angerichtet, Deutschland kann den Kurs noch korrigieren. Mehr dazu von meinem Kollegen Marzell Buffler auf der Seite „Was Bauern bewegt“. Wie bei anderen EU-Verordnungen wird auch diese so ausgelegt werden müssen, dass sie bäuerliche Vielfalt und regionale Besonderheiten berücksichtigt. Nur dann werden unsere Rinder auch in den nächsten Jahren noch grasen, egal ob auf der Alm oder auf den Weideflächen im Tal.
Ihre Reinhild Jäger
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