Mehr Power bei reibungslosem Ablauf: Mit diesen Worten pries Husqvarna im vergangenen Jahr im Rahmen einer Neuheiten-Präsentation die akkubetriebene Kettensäge 542i XP mit integrierter Fliehkraftkupplung an. Bis zur Marktverfügbarkeit dauerte es jedoch noch eine gewisse Zeit. In diesem Frühjahr stellte der schwedische Hersteller uns ein Modell zum Testen zur Verfügung.
Geliefert wurde die Säge mit dem bekannten Ladegerät QC 330 und dem etwa 1,3 kg schweren Lithium-Ionen-Akku BLi 200X, einem 30 cm langen X-Precision-Schwert und der Halbmeißelkette SP21G mit der Teilung 0,325 Zoll. Diese Kette wurde von Husqvarna speziell für Akkusägen entwickelt, um die Schneidgeschwindigkeit und den Wirkungsgrad von Akku-Kettensägen im Vollzeitbetrieb zu erhöhen. Das goldfarbene Verbindungsglied soll es einfacher machen, zu erkennen, wo man beim Feilen begonnen hat und auch wieder aufhören soll.
Die Akkusäge habe man speziell für Baumpflege-Profis entwickelt, heißt es bei Husqvarna. Die Säge gibt es in zwei Grundmodellen in Top-Handle-Ausführung mit oberem Handgriff und als Back-Handle-Variante mit hinterem Handgriff. Optional kann man beide Modelle mit einer Griffheizung ordern, wobei dann die Typbezeichnung mit einem „G“ erweitert wird.
Technische Daten
Die Landtechnik Schweiz hat vor drei Jahren bereits das Modell 540i XP getestet. Die technischen Daten sind in etwa dieselben. Neben der innovativen Fliehkraftkupplung gibt es bei der 542i XP jedoch neu eine Ölstandsanzeige auf dem erweiterten Display. Ein orangefarbiges Symbol zeigt an, wenn wieder Kettenöl nachgefüllt werden sollte. – In der Regel parallel zum dritten Akkuwechsel. Allerdings zeigte sich der Ölsensor im Test weniger zuverlässig als der einfache Blick durch das Schauglas des Öltanks, das die neue Säge ebenfalls vom Modell 540i XP unterscheidet. Über eine Stellschraube kann man den Öldurchfluss einstellen: Im Uhrzeigersinn für weniger, gegen den Uhrzeigersinn für mehr Öldurchfluss.
Neu wurde zudem auch das Lüftergehäuse gestaltet. Beim Kettenradgehäuse haben die Ingenieure den Spanauswurf optimiert. Es kommt so zu eindeutig weniger Verstopfungen.
Inbetriebnahme der Husqvarna 542i XP
Nach der Montage von Schwert und Kette, was dank verlustsicheren Muttern auch im Wald problemlos geht, dem Nachspannen mit der auf dem Kettenraddeckel angebrachten Spannschraube und dem Einfüllen von Kettenöl in den 0,18 l fassenden Tank mit dem leicht zu öffnenden „Flip-Up“-Deckel ist die Säge fast betriebsbereit. Es fehlt noch der Akku. Husqvarna verfügt über ein breites Angebot mit unterschiedlichen Lauf- und Ladezeiten. Die Akkus sind jedoch nur mit Geräten von Husqvarna kompatibel.
Der in diesem Text verwendete Akku BLi 200X bewegt sich in der Mittelklasse. Je nach Härte der Aufgabe war dieser im Test zwischen 50 und 70 Minuten entleert und musste wieder aufgeladen werden. Die Säge behielt jedoch bis kurz vor der Entladung eine konstante Leistung. Der Ladevorgang von ganz leer auf 80 % der Kapazität dauerte rund 30 Minuten, bis zu einer Vollladung vergingen etwa 50 Minuten.

Digitale Unterstützung
Via Bluetooth und über die Fleet-Services-App von Husqvarna kann man die Säge in eine persönliche Geräteliste eintragen. Einfach die App aufs Smartphone laden, QR-Code einscannen – fertig. Der Anwender hat so stets die Übersicht, wo sich das Gerät aktuell befindet, wie lange es im Einsatz war, wann eine Wartung oder ein Ersatz ansteht. Einmal pro Woche bekommt man per E-Mail eine Übersicht über die erfassten Daten zugestellt. Kostete früher die Nutzung dieser praktischen Dienstleistung etwas, ist sie mittlerweile kostenlos geworden.
Akkusäge: Gewicht und Lärmpegel
Die Säge mit Schwert liegt wie schon das Modell 540i XP gut in der Hand. Das Gewicht mit Akku, Schwert und Kette sowie mit vollem Öltank beträgt um die 5,2 kg. Interessant sind natürlich die Geräuschemissionen. An der Säge wurde ein Lärmwert von knapp 104 dB(A), am Ohr des Bedieners ein solcher von gut 95 dB(A) gemessen. Diese Werte liegen etwas über den Angaben von Husqvarna, unterscheiden sich aber nicht groß von jenen (selbst gemessenen) der 540i XP.

Praktisches Arbeiten mit der Husqvarna 542i XP
Nach Betätigen der Start-Taste bewegt man den Gassicherungshebel leicht nach vorne und gleichzeitig nach unten. Nun zeigt sich hier der Effekt der Fliehkraftkupplung. Der Start wie auch der Stopp erfolgt nicht mehr ruckartig, sondern sanft, wie man sich das von den Benzinsägen her gewohnt ist. Bis zu 10 % Mehrleistung verspricht Husqvarna dank dieser Kupplung, was aber in der Praxis schwierig zu messen ist.Im Test wurde die Akkusäge 542i XP beim Entasten und entsprechenden Zerkleinern der Äste sowie bei der Brennholzaufbereitung von mitteldickem Nadelholz (Durchmesser 20 cm) eingesetzt. Diese Arbeiten stellten für die Säge keine Probleme dar. Bei diesen leichten Arbeiten lohnt es sich, die „savE“-Taste zu betätigen und die Säge so in eine Art Eco-Modus zu versetzen. Mit dieser Taste kann zwischen maximaler Laufzeit oder maximaler Leistung wählen.
LANDWIRT Bewertung
+ sanfter Antritt
+hohe Kettengeschwindigkeit
+Spanauswurf
-digitale Ölstandsanzeige unzuverlässig
-beschränkte Einsatzdauer
-höherer Vibrationen als beim Model 540i XP
Husqvarna 542i XP: Unser Fazit
Die Akkusäge 542i XP von Husqvarna ist für den professionellen Gartenbau und im innerstädtischen Bereich eine echte Akku-Alternative zu den Benzinsägen. Sie ist schnell betriebsbereit. Im Forstbereich eignet sie sich für leichtere bis mittlere Sägearbeiten. Begrenzender Faktor ist und bleibt die Laufzeit der Akkus. Dem kann man mit einer Vielzahl von startklaren Akkueinheiten abhelfen, was aber doch seinen Preis hat.




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