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Direktvermarktung – Der Weg aus der Krise

Erschienen in: LANDWIRT 24/2025

Die Direktvermarktung von Kartoffeln kann vor allem für Klein- und Mittelbetriebe ein Weg aus der derzeitigen Kartoffelkrise sein.
Quelle: shutterstock/SsCreativeStudio

Die Preise für Kartoffeln sind EU-weit im Keller. Grund dafür ist eine überdurchschnittlich gute Ernte in den Hauptanbaugebieten Deutschland, Frankreich, Niederlande und Polen. Die Lager quellen über. Die Erzeugerpreise liegen im Schnitt zwischen 15 und 30 Cent. Zu wenig um Produktionskosten zu decken. Social-Media-Berichte von Landwirte die ihre gelben Knollen einarbeiten statt ernten gehen passionierten Ackerbauen tief ins Mark. Eine Änderung am Markt ist nicht in Sicht. Die Direktvermarktung kann ein Weg aus der Krise sein. Sie schafft Unabhängigkeit vom gebeutelten Weltmarkt, will aber gut geplant werden. Die Vermarktung von 50 ha Kartoffeln, direkt an die Kunden wird ebenfalls schwierig. Die Pflanzkartoffelbestellung für die Saison 2026 und die Einteilung der Ackerschläge hat bereits gestartet. Berücksichtigen Sie dabei Ihre künftige Vermarktungsform. Diese beeinflusst die Sortenwahl als auch den Umfang der Anbaufläche. Wagen Sie den Schritt zur Direktvermarktung, müssen Sie als ersten Schritt das künftige Angebot festlegen.

Angebot gestalten

Haben Sie bisher nur für den Großhandel produziert, müssen Sie bei der Sortenwahl nachjustieren. Kunden wollen mehr als nur eine Sorte, mehr als nur große gelbe Knollen. Der Kunde will eine maximale Vielfalt. Geben Sie ihm durch die Wahl der Sorten einen Grund bei Ihnen einzukaufen. Rare und ausgefallene Sorten, wie z. B. die Waldviertler Kipfler oder die Bamberger Hörnla, spielen dabei eine besondere Rolle.
Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Angebot festkochende als auch mehlige Kartoffelsorten umfasst. Letztere sind in den Regalen der Supermärkte nicht immer erhältlich. Ein weiterer Grund, um bei Ihnen einzukaufen.
Spielen Sie mit Farben und pflanzen Sie auch bunte Sorten wie Fabiola (rote Schale, grell-gelber Kern) oder Blaue St. Galler an (außen schwarz, innen tief violett). Kunden werden durch die grellen Farbtöne angesprochen und verbinden diese mit Frische und Natur. Außerdem kann der Geschmack stark variieren. Die Sorte Vitelotte hat beispielsweise einen nussigen Geschmack, ähnlich der Esskastanie. Werben Sie mit den Geschmacksunterschieden. Schreiben Sie diese Information auch unbedingt auf das Preisschild.
Planen Sie den Anbau so, dass Sie Kunden das gesamte Kalenderjahr mit Kartoffeln versorgen können. Bei Frühkartoffelsorten wie Annabell oder Glorietta empfiehlt sich ein Anbau unter Vlies, je nach Wetterlage, ab Mitte Februar. Dadurch können Sie bereits Ende Mai erste „Heurige“ zum Verkauf anbieten. Bauen Sie einen Teil der Sorten die eine lange Lagerfähigkeit aufweisen recht spät an. Das gewährt, dass Sie auch im April noch marktfähige Kartoffeln im Lager haben.

Was der Artikel noch für Sie bereit hält:

  • Vertrieb

  • Preisgestaltung

  • Richtig Präsentieren

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